Valeria. Pfui! wollt Ihr so wider alle Vernunft Euch einsperren? Kommt mit, Ihr müßt eine gute Freundin besuchen, die im Kindbette liegt.
Virgilia. Ich will ihr eine schnelle Genesung wünschen und sie mit meinem Gebet besuchen, aber hingehn kann ich nicht.
Volumnia.
Nun, warum denn nicht?
Virgilia.
Es ist gewiß nicht Trägheit oder Mangel an Liebe.
Valeria. Ihr wäret gern eine zweite Penelope; und doch sagt man, alles Garn, das sie in Ulysses' Abwesenheit spann, füllte Ithaka nur mit Motten. Kommt, ich wollte, Eure Leinwand wäre so empfindlich wie Euer Finger, so würdet Ihr aus Mitleid aufhören, sie zu stechen. Kommt, Ihr müßt mitgehn.
Virgilia.
Nein, Liebe, verzeiht mir; im Ernst, ich werde nicht ausgehn.
Valeria.
Ei wahrhaftig! Ihr müßt mitgehn; dann will ich Euch auch herrliche
Neuigkeiten von Eurem Gemahl erzählen.
Virgilia.
O, liebe Valeria! es können noch keine gekommen sein.
Valeria. Wahrlich! ich scherze nicht mit Euch; es kam gestern abend Nachricht von ihm.
Virgilia.
In der Tat?