Gloster.
Stelle mich dahin, wo du stehest.

Edgar. Gebt mir eure Hand; izt seyd ihr nur eines Fusses Breite von der äussersten Spize entfernt; um alles was unter dem Mond ligt, wollte ich hier keinen Sprung vorwärts thun.

Gloster. Laß meine Hand gehen; Hier, Freund, ist noch ein andrer Beutel, und in demselben ein Juweel, das wol werth ist von einem armen Mann angenommen zu werden. Götter und Feen mögen es dir gedeyhen lassen. Geh du izt weiter, sag mir Lebewohl, und laß mich hören, daß du gehst.

Edgar (stellt sich als geh er fort.)
Nun, so lebet wohl, mein guter Sir.

Gloster.
Ich danke dir.

Edgar (vor sich.)
Warum treibe ich dieses Spiel mit seiner Verzweiflung? Meine
Absicht ist, sie zu heilen.

Gloster. O! ihr mächtigen Götter, dieser Welt entsag' ich hiemit, und schüttle vor euern Augen mein schweres Leiden geduldig ab. Könnte ich es länger tragen, ohne über euere grossen unwidersezlichen Schlüsse zu murren, so wollt' ich, bis der schwache Docht meines grauenvollen Lebens sich vollends ausgebrannt hätte—Wenn Edgar lebet, o so segnet ihn!—Nun, Camerade, lebe wohl!

(Er thut einen Sprung, und fällt der Länge nach vor sich hin.)

Edgar (in einiger Entfernung, und vor sich.) Guter Alter, lebe wohl! Wäre er da gewesen, wo er zu seyn gedachte, so hätte er izt aufgehört zu denken.

(Er nähert sich dem Gloster, und verändert seine Stimme.)