Bootsmann.
Hört ihr ihn denn nicht—ihr geht uns im Weg um; geht in eure
Cajüte; ihr helft nur dem Sturm.
Gonsalo.
Nun, mein guter Mann, seyd geduldig.
Bootsmann.
Wenn's das Meer ist. Weg—was fragen diese Aufrührer nach dem
Nahmen eines Königs? In die Cajüte—Still! hindert uns nicht!
Gonsalo.
Ehrlicher Mann, besinne dich, wen du am Bord hast—
Bootsmann. Niemand, den ich lieber habe als mich selbst. Ihr seyd ein Rath; wenn ihr diesen Elementen ein Stillschweigen auferlegen oder auf der Stelle den Frieden mit ihnen machen könnt, so wollen wir kein Thau mehr anrühren; braucht eure Autorität. Wenn ihr aber nichts könnt, so dankt dem Himmel, daß ihr so lange gelebt habt, und macht euch in eurer Cajüte auf das Unglük gefaßt, das alle Augenblike begegnen kan—Frisch zu, meine Kinder—fort aus dem Wege, sag ich.
(Er geht ab.)
Gonsalo. Dieser Kerl macht mir Muth; mich däucht, er sieht keinem gleich, der ersauffen wird, er hat eine vollkommne Galgen-Physionomie! halte fest an deiner Absicht, liebes Schiksal; mache den Strang, der ihm bestimmt ist, zu unserm Ankerseil, denn das unsrige hilft uns nicht viel: wenn er nicht zum Galgen gebohren ist, so steht es jämmerlich um uns.
(Sie gehen alle ab.)
(Der Hochbootsmann kommt zurük.)
Hochbootsmann. Herab mit dem Bramsteng; greift an, besser herunter, noch besser!— macht, daß nur das Schönfahrsegel treibt—