Droll.
So siegt das Schicksal denn, daß gegen (einen) Treuen
Millionen falsch auf Schwüre Schwür' entweihen.

Oberon.
Streif durch den Wald behender als der Wind
Und suche Helena, das schöne Kind.
Sie ist ganz liebekrank und blaß von Wangen,
Von Seufzern, die ihr sehr ans Leben drangen.
Geh, locke sie durch Täuschung her zu mir;
Derweil sie kommt, bezaubr' ich diesen hier.

Droll.
Ich eil, ich eil, sieh, wie ich eil;
So fliegt vom Bogen des Tataren Pfeil.

(Ab.)

Oberon. Blume mit dem Purpurschein
Die Cupidos Pfeile weihn,
Senk dich in sein Aug hinein;
Wenn er sieht sein Liebchen fein,
Daß sie glorreich ihm erschein
Wie Cyther' im Sternenreihn.
Wachst du auf, wenn sie dabei:
Bitte, daß sie hilfreich sei.

(Droll kommt zurück.)

Droll.
Hauptmann unsrer Elfenschar,
Hier stellt Helena sich dar.
Der von mir gesalbte Mann
Fleht um Liebeslohn sie an.
Wollen wir ihr Wesen sehn?
O die tollen Sterblichen! Oberon. Tritt beiseit! Erwachen muß
Von dem Lärm Demetrius. Droll. Wenn dann zwei um eine frein:
Das wird erst ein Hauptspaß sein.
Gehn die Sachen kraus und bunt,
Freu ich mich von Herzensgrund.

(Lysander und Helena treten auf.)

Lysander.
Pflegt Spott und Hohn in Tränen sich zu kleiden?
Wie glaubst du denn, ich huldge dir zum Hohn?
Sieh, wenn ich schwöre, wein ich: solchen Eiden
Dient zur Beglaubigung ihr Ursprung schon.
Kannst du des Spottes Reden wohl verklagen,
Die an der Stirn des Ernstes Siegel tragen?

Helena.
Stets mehr und mehr wird deine Schalkheit kund.
Wie teuflisch fromm, mit Schwur den Schwur erlegen!
Beschwurst du nicht mit Hermia so den Bund?
Wäg Eid an Eid, so wirst du gar nichts wägen.
Die Eid an sie und mich, wie Märchen leicht,
Leg in zwei Schalen sie, und keine steigt.