Hermia.
Hilf mir, Lysander! hilf! ich flehe dir,
Reiß diese Schlang' aus meiner Brust!—Weh mir!
Was für ein Traum war das! Lysander! sieh'
Wie ich vor Schreken schlottre—Eine Schlange,
Fraß, däuchte mich, mein Herz, und du
Sah'st lächelnd zu!—Lysander!—wie? Entfernt?
Lysander! Freund! Wie bist du denn so ferne,
Daß du nicht hören kanst?—Kein Wort, kein Laut!
Ach, ach! wo bist du, sprich, wenn du noch hör'st,
O sprich, um aller Liebesgötter willen!
(Mir wird vor Angst ohnmächtig)—Nun?—Ich will
Es bald erfahren, ob du ferne bist.
Ich geh' den Tod zu finden, oder dich.

(Geht ab.)

Dritter Aufzug.

Erster Auftritt.
(Der Wald.)
(Squenz, Zettel, Schnok, Flaut, Schnauz und Schluker treten auf.)

(Die Feen-Königin ligt noch schlafend.)

Zettel.
Sind wir alle beysammen?

Squenz. Recht gut! recht gut! Das ist ein unvergleichlicher Plaz zu unsrer Probe. Dieser grüne Plaz soll unser Schauplaz seyn; die kleine Wiese hinter diesem Weißdorn-Zaun unsre Kammer zum Ankleiden; und wir wollen nur gleich so agieren, als ob es vor dem Herzog wäre.

Zettel.
Peter Squenz—

Squenz.
Was willt du, Schurke Zettel?

Zettel. Es sind Sachen in dieser Comödie von Pyramus und Thisbe, die nimmermehr gefallen werden. Fürs erste: So muß Pyramus ein Schwerdt ziehen, sich selbst umzubringen, und das werden die Damen nicht aushalten können. Was antwortet ihr auf das?