Demetrius.
So sollte der Erschlagne ausseh'n, und so, ich,
Dem deine Grausamkeit das Herz durchbohrt;
Doch du, die Mörderin, du siehst so glänzend
Als Venus dort in ihrer Sphäre funkelt.

Hermia.
Was hat diß mit Lysandern? wo ist er?
Ach! werther Freund, willt du ihn mir nicht geben?

Demetrius.
Eh wollt ich seinen Rumpf den Hunden geben!

Hermia.
Weg, Hund, hinweg! Du treibst mich aus den Grenzen
Der weiblichen Geduld. So hast du ihn
Erschlagen? o wenn dieses ist, so werde
Hinfort nicht mehr den Menschen zugezählt!
Sprich einmal wahr, sag' es mir zu Gefallen,
Hätt'st du es wagen dürfen, weil er wachte
Ihn anzuseh'n, und hast du ihn im Schlaf
Ermordet? Wahrlich! eine kühne That!
Kan nicht ein Wurm, ein kriechend Ungeziefer
Das gleiche thun! Das bist du; keine Otter
Hat je mit einer zweygespiztern Zunge,
Als deine ist, du Schlangenbrut, gestochen.

Demetrius.
Umsonst verschwendest du, o Schönste, deine Wuth;
Denn ich bin schuldlos an Lysanders Blut,
Noch ist er tod, so viel ich sagen kan.

Hermia.
So sag', ich bitte dich, es sey ihm wohl!

Demetrius.
Und könnt ich's, was gewönn' ich denn damit?

Hermia.
Das Recht, mich nimmermehr zu sehen.
Auf ewig meid' ich dein verhaßtes Antliz!
Was auch Lysander sey, du sollt mich nicht mehr sehen.

(Geht ab.)

Demetrius.
Es nuzet nichts, bey dieser bösen Laune
Ihr nachzugeh'n; ich will noch hier verweilen,
Des Kummers Last wird schwerer durch die Schuld
Die der bankrotte Schlaf dem Kummer soll;
Vielleicht bezahlt er einen Theil daran,
Wenn ich, ihm abzuwarten, hier verweile.