(Er ligt nieder, und schläft.)

Oberon.
Was thatest du? Du hast aus Mißverstand
Auf irgend einer treuen Liebe Augen
Den Zaubersaft gelegt; nun macht dein Irrthum
Die treue Liebe falsch, und nicht die falsche treu.

Puk.
So ist des Schiksals Schluß; für einen treuen Mann
Sind hundert tausend, die mit Eiden spielen.

Oberon.
Geh' schneller als der Wind, und finde mir
In diesem Hayne Helena von Athen.
Ganz Liebeskrank ist sie, und blaß vom Antliz,
Und haucht ihr Rosenblut in Seufzer aus.
Verleite sie hieher, ich will die Augen
Des Jünglings den sie liebt, für sie bezaubern.

Puk.
Kein Pfeil von eines Tartars Bogen,
Ist je so schnell wie ich geflogen.

(Er geht ab.)

Oberon (indem er den Saft auf Demetrius Augen gießt.)
Blume, die durch Amors Schaft
In Purpur-Farbe glüht,
Hauche deine Liebes-Kraft
Durch sein Augenlied!
Und sieht er dann die er bisher
Durch Untreu zwang, ihm nachzuweinen,
So laß sie schöner, glänzender
Als Venus unterm Sternen-Heer,
Vor des Entzükten Aug' erscheinen:
Die Reyhe komme dann an ihn,
Sich um ihr Lächeln zu bemüh'n,
Und wenn sie flieht, ihr nachzuweinen!

(Puk kömmt zurük.)

Puk.
Herr von unserm Feen-Land,
Helena ist hier zur Hand;
Ihr folgt der Jüngling von Athen,
An dem ich vor mich überseh'n,
Und fleht sie, was er flehen kan
Um Lind'rung seiner Schmerzen an.
Es ist ein Spaß dem Schauspiel zuzuseh'n;
Herr! welch ein albern Volk sind diese Sterblichen!

Oberon.
Gieb Acht, es könnte leicht vom Lermen so sie machen,
Demetrius uns zu früh erwachen.