Hermia.
Kleiner! horcht!
Schon wieder!—

Helena.
Liebe Hermia, sey doch nicht
So bitter gegen mich. Ich liebte dich
Ja immerdar, that dir nie was zu Leide;
Und schloß, was du mir anvertrautest, schweigend
In meinen Busen, ausser dißmal nur
Diß einzige mal entdekt' ich deine Flucht
In diesen Wald, Demetrio, den ich liebe.
Er folgte dir. Aus Liebe folgt' ich ihm,
Allein er schalt mich fort, und drohte mir
Mich wegzustossen, ja mich gar zu tödten.
Und nun, wenn ihr mich ruhig gehen lasset,
Nun will ich meine Thorheit nach Athen
Zurüke tragen, und euch nicht mehr stören.
O! laßt mich geh'n! Ihr seh't, was für ein schwaches
Einfältigs Ding ich bin.

Hermia.
Geh' deines Weges,
Wer hindert dich?

Helena.
Ein thöricht Herz, das ich zurüke lasse.

Hermia.
Wie? Bey Lysander?

Helena.
Bey Demetrius.

Lysander.
Sey ohne Furcht, sie soll kein Leid dir thun
Geliebte Helena!—

Demetrius.
Nein, Herr! sie soll nicht,
Ob du dich gleich zu ihrem Schüzer aufwirfst.

Helena.
O! wenn sie zornig ist, so ist sie kühn;
Sie war ein böses Ding, wie sie zur Schule gieng;
Und hat, so klein sie ist, so viele Stärke.

Hermia.
Schon wieder klein, und nichts als klein und klein.
Wie könnt ihr leiden, daß sie so mich höhne?
Laßt mich an sie!—