Königin.
O mein Sohn! was für eine Materie?

Hamlet.
Ich liebte Ophelien; vierzigtausend Brüder könnten mit aller ihrer
Liebe zusammen genommen die Summe der meinigen nicht aufbringen.
Was willt du für sie thun?

König.
O er ist rasend, Laertes—

Königin.
Um Gottes willen, habt Geduld mit ihm.

Hamlet. Komm, zeig mir, was du thun willt. Willt du weinen? Willt du fechten? Willt du fasten? Dich selbst zerfezen? Willt du Wein- Essig trinken, ein Crocodil verschlingen? Ich will es thun—Kamst du nur hieher, zu weinen? Vor meinen Augen in ihr Grab zu springen? Laß dich lebendig mit ihr begraben; ich will es auch; und wenn du von Bergen schwazest, so laß sie Millionen Jaucharten auf uns werfen, bis die auf uns liegende Erde, den Ossa zu einem Maulwurfs-Hauffen macht! Wahrhaftig! Wenn du großsprechen willt, so kan ich das Maul so voll nehmen wie du.

Königin.
Er spricht in tollem Muth, und so wird der Paroxismus eine Weile
auf ihn würken; aber auf einmal wird, so geduldig als die weibliche
Daube, eh ihre goldbehaarten Jungen ausgekrochen sind, sein
Stillschweigen brütend sizen.

Hamlet. Hört ihr, Herr—was ist die Ursache, daß ihr mir so begegnet? Ich liebte euch allezeit: Aber es hat nichts zu sagen. Laßt den Hercules selbst thun was er kan, die Kaze muß mauen und der Hund seinen Lauf haben—

(Er geht ab.)

König.
Ich bitte euch, guter Horatio, habet acht auf ihn.

(Horatio geht ab.) (zu Laertes.)