Güldenstern. Hat sich in sein Cabinet verschlossen, und befindet sich ausserordentlich übel—
Hamlet.
Vielleicht von zu vielem Wein?
Güldenstern.
Nein, Gnädiger Herr, von Galle—
Hamlet. Eure gewöhnliche Weisheit hat euch nicht wohl gerathen, mein Herr, da sie euch zu mir gewiesen hat; zum Doctor hättet ihr gehen sollen; ich kan hier nichts; denn wenn ich ihm auch ein Purgier-Mittel eingeben wollte, so möcht' es ihm leicht noch mehr Galle machen.
Güldenstern.
Gnädiger Herr, höret mich an, anstatt durch solche seltsame
Absprünge meinem Vortrag auszuweichen.
Hamlet.
Ich will stehen bleiben, Herr—Sprecht!
Güldenstern. Die Königin, eure Frau Mutter, schikt mich in grössester Betrübniß ihres Herzens zu euch.
Hamlet.
Ihr seyd willkommen.
Güldenstern. Nein, Gnädiger Herr, dieses Compliment ist hier ausser seinem Plaz. Wenn es euch beliebig ist, mir eine gesunde Antwort zu geben, so will ich mich des Auftrags entledigen, den mir eure Mutter aufgegeben hat; wo nicht, so werdet ihr mir verzeihen, wenn ich gehe, und mein Geschäft für geendigt halte.
Hamlet.
Herr, das kan ich nicht—