Güldenstern.
Was, Gnädiger Herr?

Hamlet. Euch eine gesunde Antwort geben; mein Wiz ist gar nicht wohl auf Aber, Herr, so gut als ich eine Antwort geben kan, steht sie euch zu Diensten; oder vielmehr wie ihr sagt, meiner Mutter—also nur ohne fernern Umschweif zur Sache!—Meine Mutter, sagt ihr—

Rosenkranz.
Nun dann, das sagt sie; euer Betragen hat sie in das äusserste
Befremden und Erstaunen gesezt.

Hamlet.
O erstaunlicher Sohn, der seine Mutter so in Erstaunen sezen kan!
Aber stolpert nicht etwann eine Folge hinter dieser Erstaunung her?

Rosenkranz. Sie wünscht, eh ihr zu Bette geht, in ihrem Cabinet mit euch zu sprechen.

Hamlet. Wir werden gehorchen, und wenn sie zehnmal unsre Mutter wäre. Habt ihr noch weiter was mit uns zu handeln?

Rosenkranz.
Gnädiger Herr, ihr liebtet mich einst—

Hamlet.
Das thu ich noch—

Rosenkranz. Nun, dann, liebster Prinz, um unsrer alten Freundschaft willen, was ist die Ursache dieses euers seltsamen Humor's? Seyd versichert, ihr sezt eure eigne Freyheit in Gefahr, wenn ihr euch länger weigert, eure Beschwerden einem Freunde zu vertrauen.

Hamlet.
Mein Herr, ich möchte gern Befördrung.