Ludwig.
Vater, zu den Waffen.
Blanca. An deinem Hochzeit-Tage? Wider das Blut, mit dem du dich vermählt hast? Wie? Sollen erschlagne Menschen unserm Fest beywohnen? Sollen brausende Trompeten und lautlermende Trummeln, den Tact zu unserm hochzeitlichen Gepränge geben? O höre mich, mein Gemahl, (o Himmel! wie neu ist dieses Wort in meinem Munde!) um dieses Namens willen, den meine Zunge izt zum erstenmal ausspricht, auf meinen Knien, bitt' ich dich, ergreiffe die Waffen nicht gegen meinen Oheim.
Constantia. O, auf meinen Knien bitte ich dich, und sollt ich so lange knien, bis sie hart würden, du tugendhafter Dauphin, wende die vom Himmel zugedachte Rache nicht ab.
Blanca.
Izt ist die Gelegenheit, da du mir deine Liebe beweisen kanst; was
für ein Beweggrund kan mehr bey dir gelten, als der Name einer
Gemahlin?
Constantia.
Das was ihn und dich aufrecht erhält, seine Ehre. O deine Ehre,
Ludwig, deine Ehre!—
Ludwig.
Ich erstaunen wie Euer Majestät so kalt seyn kan, da so wichtige
Betrachtungen auf sie würken.
Pandolph.
Ich will den Fluch über sein Haupt aussprechen.
König Philipp.
Du sollst es nicht nöthig haben. England, ich falle von dir ab.
Constantia.
O edle Wiederkehr der verbannten Majestät!
Elinor.
O schändliche Empörung der Französischen Unbeständigkeit!