König Johann.
Frankreich, du sollst diese Stunde noch in dieser Stunde bereuen.
Blanca. So muß die Sonne in Blut untergehen. Schöner Tag, fahr' wohl! Wo ist die Parthey mit der ich gehen muß? Ich stehe zwischen beyden, jede Armee hat eine Hand, und indem ich beyde halte, reissen sie sich in ihrer Wuth von einander, und zerstüken mich. Gemahl, ich kan nicht beten, daß du gewinnen mögest; Oheim, ich bin gezwungen zu beten, daß du verliehrest; Vater, ich kan das Glük nicht auf deine Seite wünschen; Großmutter, ich will nicht wünschen, daß deine Wünsche erhört werden; keine Parthey kan gewinnen, ohne daß ich auf der andern verliehre.
Ludwig.
Folget mir, Madame, euer Glük hängt nun von dem meinigen ab.
Blanca.
Wo mein Glük lebt, stirbt mein Leben.
König Johann.
Vetter, geh und ziehe unsre Völker zusammen.
(Faulconbridge geht ab.)
Frankreich, ich bin von einem Grimm entflammt, dessen Hize nichts als Blut, das Blut, das kostbarste Blut von Frankreich löschen kan.
König Philipp. Deine Wuth soll dich aufzehren, und du sollt in Asche zusammenfallen, eh unser Blut diß Feuer löschen soll. Sieh zu dir selbst, du wagest viel.
König Johann.
Nicht mehr als der so mir dräuet. Zun Waffen! hinweg!
(Sie gehen ab.)