König Johann (zu Robert.)
Wer bist du?

Robert.
Der Sohn und Erbe von diesem nemlichen Faulconbridge.

König Johann. Ist dieser der Ältere, und du bist der Erbe? Ihr seyd also nicht von einer Mutter, scheint es?

Philipp. Wir sind ganz gewiß von einer Mutter, mächtiger König, das ist jedermann bekannt, und, wie ich glaube, auch von einem Vater; doch wegen der Gewißheit dieses leztern Puncts muß ich Euer Majestät an den Himmel und meine Mutter anweisen; denn davon bin ich nicht gewisser als alle andre Menschen-Kinder.

Elinor. Hinweg mit dir, du ungesitteter Mensch! Schämst du dich nicht, deiner Mutter Ehre durch diesen Zweifel zu verwunden?

Philipp. Auch thue ich es nicht, Gnädigste Frau; ich habe keine Ursache dazu, das ist meines Bruders Sache, das geht mich nichts an; wenn er so was beweisen kan, so bringt er mich wenigstens um schöne fünfhundert Pfund des Jahrs; der Himmel schüze meiner Mutter Ehre und mein Erbgut!

König Johann. Ein guter runder Geselle; aber warum macht er denn einen Anspruch an dein Erbgut, wenn er der jüngere Bruder ist?

Philipp. Ich weiß nicht warum, ausser daß er gerne meine Güter hätte; es ist wahr, er warf mir einmal vor, daß ich unehlich gezeugt sey, allein das ist eine Sache, die ich lediglich meiner Mutter überlasse; ich kan nicht wissen, ob ich ehlich oder unehlich gezeugt bin; aber das weiß ich, daß ich eben so wohl gemacht bin als er. (Sanft mögen die Gebeine ruhen, die diese Mühe für mich genommen haben!) Vergleichet unsre Gesichter, gnädigster Herr, und thut den Ausspruch. Wenn der alte Sir Robert uns beyde gemacht hat, und dieser Sohn ihm ähnlich sieht; o alter Sir Robert, so dank ich dem Himmel auf meinen Knien, daß ich dir nicht ähnlich sehe.

König Johann.
Ha, was für einen Pikelhäring hat uns der Himmel hier zugeschikt?

Elinor.
Er hat einen Zug von (Coeur de Lion's) Gesicht, und einen ähnlichen
Ton der Stimme; findet ihr nicht einige Ähnlichkeiten mit meinem
Sohn, in der stämmichten Gestalt dieses jungen Menschen?