Escalus. Ruft diese Isabella wieder hieher; ich möchte mit ihr reden; ich bitte euch, Gnädiger Herr, erlaubet mir, sie abzuhören; ihr sollt sehen wie ich sie behandeln werde.
Lucio (vor sich.)
Ich denke nicht besser als er, nach ihrer eignen Aussage.
Escalus.
Wie beliebt?
Lucio. Mein Seel, ich denke mein Herr, wenn ihr sie ohne Zeugen behandeln würdet, sie würde schneller bekennen; vielleicht schämt sie sich, es so vor allen Leuten zu thun. (Der Herzog in Mönchshabit, und der Kerkermeister; Isabella wird herbeygeführt.)
Escalus.
Ich will ernstlich mit ihr zu Werke gehen. Ein wenig näher Madam;
Hier ist ein Frauenzimmer, das allem widerspricht, was ihr gesagt
habt.
Lucio. Gnädiger Herr, hier kommt der Schurke, von dem ich sagte, hier mit dem Kerkermeister.
Escalus.
Er kommt eben recht; sagt ihr nichts zu ihm, bis wir euch aufruffen.
Lucio.
Nein!—
Escalus. Kommt, Herr, seyd ihr derjenige, der diese Weibsbilder aufstiftete, den Freyherrn Angelo zu verläumden? Sie haben bekennt, daß ihr es seyd.
Herzog.
Es ist nicht wahr.