Herzogin.
Bist du so eilig? Ich hab dein gewartet,
Gott weiß, in Marter und in Todesangst.

Richard.
Doch kam ich endlich nicht zu Eurem Trost?

Herzogin.
Nein, bei dem heil'gen Kreuz! Zur Welt gebracht,
Hast du die Welt zur Hölle mir gemacht.
Eine schwere Bürde war mir die Geburt;
Launisch und eigensinnig deine Kindheit;
Die Schulzeit schreckhaft, heillos, wild und wütig;
Dein Jugendlenz verwegen, dreist und tollkühn;
Dein reifres Alter stolz, fein, schlau und blutig,
Zwar milder, aber schlimmer, sanft im Haß.
Welch eine frohe Stunde kannst du nennen,
Die je in deinem Beisein mich begnadigt?

Richard.
Find ich so wenig Gnad' in Euren Augen,
So laßt mich weiterziehn und Euch nicht ärgern.—
Trommel gerührt!

Herzogin.
Ich bitt dich, hör mich reden.

Richard.
Ihr redet allzu bitter.

Herzogin.
Hör ein Wort,
Denn niemals wieder werd ich mit dir reden.

Richard.
Wohl!

Herzogin.
Du stirbst entweder durch des Himmels Fügung,
Eh' du aus diesem Krieg als Sieger kommst;
Oder ich vergeh vor Gram und hohem Alter,
Und niemals werd ich mehr dein Antlitz sehn.
Drum nimm mit dir den allerschwersten Fluch,
Der mehr am Tag der Schlacht dich mög' ermüden
Als all die volle Rüstung, die du trägst!
Für deine Gegner streitet mein Gebet,
Und dann der Kinder Eduards kleine Seelen,
Sie flüstern deiner Feinde Geistern zu
Und angeloben ihnen Heil und Sieg.
Blutig, das bist du; blutig wirst du enden:
Wie du dein Leben, wird dein Tod dich schänden. (Ab.)

Elisabeth.
Zwar weit mehr Grund zum Fluchen wohnt mir bei,
Doch minder Mut: drum sag ich Amen nur.