O du, für dessen Feldherrn ich mich achte,
Sieh deine Scharen an mit gnäd'gem Blick!
Reich ihrer Hand des Grimms zermalmend Eisen,
Daß sie mit schwerem Falle niederschmettern
Die trotz'gen Helme unsrer Widersacher!
Mach uns zu Dienern deiner Züchtigung,
Auf daß wir preisen dich in deinem Sieg!
Dir anbefehl ich meine wache Seele,
Eh' ich der Augen Fenster schließe zu.
Schlafend und wachend, schirme du mich stets.
(Schläft ein.)
(Der Geist des Prinzen Eduard, Sohnes Heinrichs des Sechsten, steigt zwischen den beiden Zelten auf.)
Geist (zu König Richard).
Schwer mög' ich morgen deine Seele lasten!
Denk, wie du mich erstachst in meiner Blüte,
Zu Tewkesbury: verzweifle drum und stirb!—
(Zu Richmond.)
Sei freudig, Richmond, denn gekränkte Seelen
Erwürgter Prinzen streiten dir zum Schutz:
Dich tröstet, Richmond, König Heinrichs Sohn.
(Der Geist König Heinrichs des Sechsten steigt auf.)
Geist (zu König Richard).
Du bohrtest mir, da ich noch sterblich war,
Voll Todeswunden den gesalbten Leib;
Denk an den Turm und mich; verzweifl' und stirb!
Heinrich der Sechste ruft: verzweifl' und stirb!
(Zu Richmond.)
Heilig und tugendhaft, sei Sieger du!
Heinrich, der prophezeit, du werdest König,
Kommt, dich im Schlaf zu trösten: leb und blühe!