Richard.
Das genügt mir. Gebt mir einen Becher Weins.—
Ich habe nicht die Rüstigkeit des Geistes,
Den frischen Mut, den ich zu haben pflegte.—
So, setzt ihn hin.—Papier und Tint' ist da?

Ratcliff.
Ja, gnäd'ger Herr.

Richard.
Heißt meine Schildwacht munter sein; verlaßt mich.
Wenn halb die Nacht vorbei ist, kommt ins Zelt
Und helft mich waffnen.—Verlaßt mich, sag ich.

(Richard zieht sich in sein Zelt zurück. Ratcliff und Catesby ab.)

(Richmonds Zelt öffnet sieh, man sieht ihn und seine
Offiziere usw. Stanley tritt auf.)

Stanley.
Glück und Triumph bekröne deinen Helm!

Richmond
Was nur für Trost die dunkle Nacht gestattet,
Das sei dein Teil, mein edler Pflegevater!
Sag mir, wie geht es unsrer teuren Mutter?

Stanley.
Ich segne dich aus Vollmacht deiner Mutter,
Die im Gebet verharrt für Richmonds Wohl.
So viel hievon.—Die leisen Stunden fliehn,
Und streifig Dunkel bricht im Osten sich.
Kurz, denn uns so zu fassen heischt die Zeit,
Bereite deine Schlachtordnung frühmorgens
Und stelle der Entscheidung blut'ger Streiche
Und tödlich dräu'nden Kriegs dein Glück anheim.
Ich, wie ich kann (ich kann nicht, wie ich wollte),
Gewinne schlau der Zeit den Vorteil ab
Und steh dir bei im zweifelhaften Sturm.
Allein ich darf für dich nicht allzuweit gehn,
Denn sieht man's, wird dein zarter Bruder George
Vor seines Vaters Augen hingerichtet.
Leb wohl! Die Muße und die bange Zeit
Bricht ab der Liebe feierliche Schwöre
Und langen Wechsel herzlichen Gesprächs,
Der längst getrennte Freunde sollt' erfreun.
Gott geb' uns Muße zu der Liebe Bräuchen!
Nochmals leb wohl! Sei tapfer und beglückt!

Richmond
Geleitet ihn zu seinem Regiment,
Ihr lieben Lords; ich, mit verstörtem Sinn,
Will unterdessen einzunicken trachten,
Daß blei'rner Schlaf nicht morgen auf mir laste,
Wann ich auf Siegesflügeln steigen soll.
Gut' Nacht, noch einmal, liebe Lords und Herrn.

(Alle übrigen mit Stanley ab.)