Norfolk.
Auf, auf, mein Fürst! Der Feind stolziert im Feld.
Richard.
Kommt, tummelt, tummelt euch! Mein Pferd gezäumt!—
Ruft Stanley auf, heißt seine Schar ihn bringen.—
Ich führe meine Truppen in die Ebne,
Und so soll meine Schlacht geordnet sein:
Die Vorhut soll sich in die Länge dehnen,
Aus Reitern und aus Knechten gleich gemischt;
Die Schützen sollen in der Mitte stehn;
John, Herzog Norfolk, Thomas, Graf von Surrey
Soll'n dieser Knecht' und Reiter Führer sein.
Die so geordnet, woll'n wir folgen
Mit unserm Hauptheer, das auf beiden Flügeln
Verstärken soll der Kern der Reiterei.
Dies, und Sankt George dazu!—Was meinst du, Norfolk?
Norfolk.
Eine gute Ordnung, kriegrischer Monarch.
Dies fand ich heut in meinem Zelt.
(Gibt ihm einen Zettel.)
Richard (liest).
"Hans von Norfolk, laß klüglich dir raten!
Richerz dein Herr ist verkauft und verraten."
Das ist ein Stück, vom Feinde ausgedacht.—
Nun geht, ihr Herrn, auf seinen Posten jeder.
Laßt plauderhafte Träum' uns nicht erschrecken;
Gewissen ist ein Wort für Feige nur,
Zum Einhalt für den Starken erst erdacht:
Uns ist die Wehr Gewissen, Schwert Gesetz.
Rückt vor! dringt ein! recht in des Wirrwarrs Völle!
Wo nicht zum Himmel, Hand in Hand zur Hölle!
Was hab ich mehr euch vorzuhalten noch?
Bedenkt, mit wem ihr euch zu messen habt:
Ein Schwarm Landläufer, Schelme, Vagabunden,
Bretagner Abschaum, niedre Bauernknechte,
Die ausgespien ihr übersättigt Land
Zu tollen Abenteuern, sicherm Untergang.
Ihr schlieft in Ruh': sie bringen Unruh' euch;
Ihr seid mit Land, mit schönen Frau'n gesegnet:
Sie wollen jenes einziehn, diese schänden.
Wer führt sie als ein kahler Bursch, seit lange
Von unsrer Mutter in Bretagn' ernährt?
Ein Milchbart, einer, der sich lebenslang
Nicht über seine Schuh' in Schnee gewagt?
Peitscht dies Gesinde! übers Meer zurück!
Stäupt fort dies freche Lumpenpack aus Frankreich,
Die Bettler, hungrig, ihres Lebens müde,
Die schon gehängt sich hätten, arme Ratzen,
Wär' nicht der Traum von dieser läpp'schen Fahrt!
Soll'n wir besiegt sein, nun, so sei's durch Männer,
Und nicht durch die Bastarde von Bretagnern,
Die unsre Väter oft in ihrem Lande
Geschlagen, durchgedroschen und gewalkt
Und sie der Schand' urkundlich preisgegeben.
Solln diese unsre Länderei'n besitzen?
Bei unsern Weibern liegen? unsre Töchter
Bewält'gen?—Horcht! ich höre ihre Trommeln.
(Trommeln in der Ferne.)
Kämpft, Englands Edle! kämpft, beherzte Sassen!
Zieht, Schützen, zieht die Pfeile bis zum Kopf!
Spornt eure stolzen Ross' und reit't im Blut!
Erschreckt das Firmament mit Lanzensplittern!—
(Ein Bote tritt auf.)
Was sagt Lord Stanley? bringt er seine Schar?