Margaretha.
Wie? fletschtet ihr die Zähne, wie ich kam,
Bereit schon, bei der Gurgel euch zu packen,
Und kehrt ihr nun all euren Haß auf mich?
Galt Yorks ergrimmter Fluch so viel im Himmel,
Daß Heinrichs Tod, des süßen Eduards Tod,
Des Reichs Verlust, mein wehevoller Bann,
Genugtut bloß für das verzogne Bübchen?
Dringt denn ein Fluch die Wolken durch zum Himmel?
Wohl! trennt die schweren Wolken, rasche Flüche!—
Wo nicht durch Krieg, durch Prassen sterb' eu'r König,
Wie Mord des unsern ihn gemacht zum König!
Eduard, dein Sohn, der jetzo Prinz von Wales,
Statt Eduard, meines Sohns, sonst Prinz von Wales,
Sterb' in der Jugend, vor der Zeit, gewaltsam!
Du, Königin statt meiner, die ich's war,
Gleich mir Elenden überleb dein Los!
Lang lebe, deine Kinder zu bejammern!
Sieh eine andre, wie ich jetzo dich,
Gekleidet in dein Recht, wie du in meins!
Lang sterbe deines Glückes Tag vor dir,
Und nach viel langen Stunden deines Grams
Stirb, weder Mutter, Weib, noch Königin!
Rivers und Dorset, ihr saht zu dabei—
Auch du, Lord Hastings—, als man meinen Sohn
Erstach mit blut'gen Dolchen: Gott, den fleh ich,
Daß euer keiner sein natürlich Alter
Erreich' und plötzlich werde weggerafft!

Gloster.
Schließ deinen Spruch, verschrumpfte böse Hexe!

Margaretha.
Und ließ' dich aus? Bleib, Hund, du mußt mich hören.
Bewahrt der Himmel eine schwere Plage,
Die übertrifft, was ich dir weiß zu wünschen,
O spar' er sie, bis deine Sünden reif,
Dann schleudr' er seinen Grimm herab auf dich,
Den Friedensstörer dieser armen Welt!
Dich nage rastlos des Gewissens Wurm!
Argwöhne stets die Freunde wie Verräter,
Und Erzverräter acht als Busenfreunde!
Dein tödlich Auge schließe nie der Schlaf,
Es sei denn, weil ein peinigender Traum
Dich schreckt mit einer Hölle grauser Teufel!
Du Mißgeburt voll Mäler! wühlend Schwein!
Du, der gestempelt ward bei der Geburt
Der Sklave der Natur, der Hölle Sohn!
Du Schandfleck für der Mutter schweren Schoß!
Du ekler Sprößling aus des Vaters Lenden!
Du Lump der Ehre! du mein Abscheu—

Gloster.
Margaretha.

Margaretha.
Richard.

Gloster.
He?

Margaretha.
Ich rief dich nicht.

Gloster.
So bitt ich um Verzeihung; denn ich dachte,
Du riefst mir all die bittern Namen zu.

Margaretha.
Das tat ich auch, doch Antwort wollt' ich nicht.
O laß zum Schluß mich bringen meinen Fluch!

Gloster.
Ich tat's für dich: er endigt in Margretha.