Tochter.
Das will ich auch.
Herzogin.
Still, Kinder, still! Der König hat euch lieb;
Unschuldige, harmlose Kleinen ihr,
In eurer Einfalt könnt ihr nicht erraten,
Wer eures Vaters Tod verschuldet hat.
Sohn.
Großmutter, doch! Vom guten Oheim Gloster
Weiß ich, der König, von der Königin
Gereizt, sann Klagen aus, ihn zu verhaften.
Und als mein Oheim mir das sagte, weint' er,
Bedau'rte mich und küßte meine Wange,
Hieß mich auf ihn vertraun als einen Vater,
Er wolle lieb mich haben als sein Kind.
Herzogin.
Ach, daß der Trug so holde Bildung stiehlt
Und Bosheit mit der Tugend Larve deckt!
Er ist mein Sohn, und hierin meine Schmach,
Doch sog er nicht an meiner Brust den Trug.
Sohn.
Denkt Ihr, mein Oheim verstellte sich, Großmutter?
Herzogin.
Ja, Kind.
Sohn.
Ich kann's nicht denken. Horch, was für ein Lärm?
(Königin Elisabeth tritt auf, außer sich; Rivers und Dorset folgen ihr.)
Elisabeth.
Wer will zu weinen mir und jammern wehren,
Mein Los zu schelten und mich selbst zu plagen?
Bestürmen mit Verzweiflung meine Seele
Und selber meine Feindin will ich sein.
Herzogin.
Wozu der Auftritt wilder Ungeduld?