Elisabeth.
Nie keine Witwe büßte so viel ein.
DieKinder.
Nie keine Waise büßte so viel ein.
Herzogin.
Nie keine Mutter büßte so viel ein.
Weh mir! ich bin die Mutter dieser Leiden:
Vereinzelt ist ihr Weh, meins allgemein.
Sie weint um einen Eduard, und ich auch;
Ich wein um einen Clarence, und sie nicht;
Die Kinder weinen Clarence, und ich auch;
Ich wein um einen Eduard, und sie nicht.
Ach, gießt ihr drei auf mich dreifach geschlagne
All eure Tränen: Wärterin des Grams,
Will ich mit Jammern reichlich ihn ernähren.
Dorset.
Mut, liebe Mutter! Gott ist ungehalten,
Daß Ihr sein Tun mit Undank so empfangt.
In Weltgeschäften nennt man's undankbar,
Mit trägem Widerwillen Schulden zahlen,
Die eine milde Hand uns freundlich lieh;
Viel mehr, dem Himmel so sich widersetzen,
Weil er von Euch die königliche Schuld
Zurücke fordert, die er Euch geliehn.
Rivers.
Bedenkt als treue Mutter, gnäd'ge Frau,
Den Prinzen, Euren Sohn; schickt gleich nach ihm
Und laßt ihn krönen. In ihm lebt Euer Trost:
Das Leid senkt in des toten Eduard Grab,
Die Last baut auf des blühnden Eduard Thron.
(Gloster, Buckingham, Stanley, Hastings, Ratcliff und andre treten auf.)
Gloster.
Faßt, Schwester, Euch; wir alle haben Grund,
Um die Verdunklung unsers Sterns zu jammern:
Doch niemand heilt durch Jammern seinen Harm.
Ich bitt Euch um Verzeihung, gnäd'ge Mutter,
Ich sah Eu'r Gnaden nicht. Demütig auf den Knien
Bitt ich um Euren Segen.
Herzogin.
Gott segne dich! und flöße Milde dir,
Gehorsam, Lieb' und echte Treu' ins Herz!
Gloster.
Amen!
Und lass' als guten alten Mann mich sterben!—
(Beiseit.)