Brakenbury.
Nein, gnäd'ge Frau, so darf ich es nicht lassen:
Ein Eid verpflichtet mich, deshalb verzeiht.

(Brakenbury ab. Stanley tritt auf.)

Stanley.
Träf' ich Euch, edle Frau'n, ein Stündchen später,
So könnt' ich Euer Gnaden schon von York
Als würd'ge Mutter und Begleiterin
Von zweien holden Königinnen grüßen.

(Zur Herzogin von Gloster.)

Kommt, Fürstin, Ihr müßt gleich nach Westminster:
Dort krönt man Euch als Richards Eh'gemahl.

Elisabeth.
Ach! lüftet mir die Schnüre,
Daß mein beklemmtes Herz Raum hat zu schlagen,
Sonst sink ich um bei dieser Todesbotschaft.

Anna.
Verhaßte Nachricht! Unwillkommne Botschaft!

Dorset.
Seid gutes Muts! Mutter, wie geht's Eu'r Gnaden?

Elisabeth.
O Dorset, sprich nicht mit mir! mach dich fort!
Tod und Verderben folgt dir auf der Ferse;
Verhängnisvoll ist deiner Mutter Name.
Willst du dem Tod entgehn, fahr übers Meer,
Bei Richmond Ich, entrückt der Hölle Klau'n.
Geh, eil aus dieser Mördergrube fort,
Daß du die Zahl der Toten nicht vermehrst
Und unter Margarethas Fluch ich sterbe,
Noch Mutter, Weib, noch Königin geachtet.

Stanley.
Voll weiser Sorg' ist dieser Euer Rat.—
Nehmt jeder Stunde schnellen Vorteil wahr;
Ich geb Euch Briefe mit an meinen Sohn
Empfehl es ihm, entgegen Euch zu eilen:
Laßt Euch nicht fangen durch unweises Weilen.