Apemanthus.
Diesen Weg gehen—Ein braver Kerl; er weiß die Zeit wol in Acht zu
nehmen; diese Gesundheiten werden noch machen, daß du und dein
Vermögen die Schwindsucht kriegen werden, Timon.

(Er langt ein Stük Brodt und einen Krug mit Wasser aus seiner
Tasche.)

Hier ist etwas, das zu schwach ist, ein Sünder zu seyn, ehrliches
Wasser, das noch niemand in den Schuld-Thurm gebracht hat. Mein
Essen schikt sich zu meinem Trank—

(Er stellt sich hin, das Tisch-Gebett zu sprechen.)

Gastmähler sind zu stolz, den Göttern Dank zu sagen.

Apemanthus (betet:) (Ihr Götter, ich spreche euch um keine Reichthümer an, denn ich achte sie für Quark; ich bitte für niemand, als mich selbst. Verleihet, daß ich niemals so ein guter Narr werde, einem Mann auf seinen Eyd zu trauen, oder einer Hure auf ihre Thränen, oder einem Hund, der zu schlafen scheint, oder meinen Freunden, wenn ich ihrer nöthig habe; Amen, Amen.) Izt zugegriffen! Reiche Leute sündigen, und ich esse Wurzeln.

Timon.
General Alcibiades, mich däucht, euer Herz ist diesen Augenblik im
Felde.

Alcibiades.
Mein Herz ist allenthalben zu euern Diensten, Milord.

Timon.
Ihr wäret lieber bey einem Frühstük von Feinden, als bey einem
Mittag-Essen von Freunden gewesen.

Alcibiades. Wenn sie so frisch bluten, so ist kein besseres Gericht als sie; ich wollte meinen Freund zu einem solchen Schmaus wünschen.*