Wer einen Vortheil einzuholen
Zu spät kommt, hat sich selbst bestohlen.
Mahler.
Ihr habt recht.
Poet.
Such', was dir fehlt, bey Tag, der unbezahlt dir scheint;
Die Nacht im schwarzen Flor ist niemands Freund.
Kommt!
Timon. Ich will euch beym Umkehren entgegen kommen—Was für ein Gott ist Gold, daß er in Tempeln verehrt wird, die verächtlicher sind als die Oerter, wo Schweine ihre Speise suchen. Du bist es der das Schiff ausrehdet, und die beschäumten Wellen pflügt; du verschaffst dem Sclaven Bewundrung und Ehrfurcht; niemals möge dein Dienst abnehmen, und verderbliche Plagen sollen deine Anbeter umkränzen!— Izt ist es Zeit, ihnen entgegen zu kommen.
Poet.
Heil dir, würdiger Timon.
Mahler.
Einst unser edler Gebieter.
Timon.
Wie, erleb' ich es, noch zween ehrliche Männer zu sehen?
Poet. Mein Herr, da wir so viel Gutes von euch genossen haben, und vernehmen mußten, daß ihr euch entfernt, und daß alle eure Freunde abgefallen, für deren undankbare Gemüther—(oh, verabscheuungswürdige Seelen!) alle Ruthen des Himmels nicht hinreichend sind—Was? von euch? dessen Stern-gleiche Großmuth Leben und Einflüsse ihrem ganzen Wesen gab? Ich komme ganz ausser mich, und kan keine Worte groß genug finden, die ungeheure Grösse dieser Undankbarkeit darein zu kleiden.
Timon. Laßt sie nakend gehen, so sehen die Leute sie desto besser; ihr, die ihr ehrliche Männer seyd, macht durch das, was ihr seyd, das was sie sind am besten sichtbar.