(Zum Poet.)
Und was deine Gedichte betrift, deine Verse fliessen so voll und lieblich, daß du in deiner Kunst eben so natürlich bist. Allein eben darum, meine ehrlich-gesinnten Freunde, muß ich euch sagen, ihr habt einen kleinen Fehler; der aber in der That euch nicht sehr entstellt; auch wünscht' ich nicht, daß ihr euch grosse Mühe gäbet, ihn zu verbessern.
Beyde.
Wir bitten Euer Gnaden ihn uns bekannt zu machen.
Timon.
Ihr möchtet es übel aufnehmen.
Beyde.
Mit höchstem Dank, Gnädiger Herr.
Timon.
Ist das euer Ernst?
Beyde.
Zweifelt nicht daran, Milord.
Timon. Es ist niemals einer von euch allein, ohne sich einem Spizbuben anzuvertrauen, der euch gewaltig hinter's Licht führt.
Beyde.
Thun wir das, Gnädiger Herr?
Timon. Das thut ihr, und ihr hört seine Schmeicheleyen; seht wie er sich verstellt, kennt seine groben Schelmstüke, und doch liebt ihr ihn, gebt ihm zu essen, und tragt ihn in euerm Busen; aber seyd versichert, er ist ein ausgemachter Spizbube.