Corinnus.
Ganz und gar nicht, Probstein. Was bei Hofe gute Sitten sind, die
sind so lächerlich auf dem Lande, als ländliche Weise bei Hofe zum
Spott dient. Ihr sagtet mir, bei Hofe grüßt Ihr nicht, ohne Eure
Hand zu küssen. Das wäre eine sehr unreinliche Höflichkeit, wenn
Hofleute Schäfer wären.
Probstein.
Den Beweis, kürzlich, den Beweis?
Corinnus. Nun, wir müssen unsre Schafe immer angreifen, und ihre Felle sind fettig, wie Ihr wißt.
Probstein. Schwitzen die Hände unserer Hofleute etwa nicht, und ist das Fett von einem Schafe nicht so gesund wie der Schweiß von einem Menschen? Einfältig! einfältig! Einen besseren Beweis! her damit!
Corinnus.
Auch sind unsre Hände hart.
Probstein.
Eure Lippen werden sie desto eher fühlen. Wiederum einfältig!
Einen tüchtigeren Beweis!
Corinnus.
Und sind oft ganz beteert vom Bepflastern unsrer Schafe. Wollt Ihr,
daß wir Teer küssen sollen? Die Hände der Hofleute riechen nach
Bisam.
Probstein.
Höchst einfältiger Mensch! Du wahre Würmerspeise gegen ein gutes
Stück Fleisch! Lerne von den Weisen und erwäge! Bisam ist von
schlechterer Abkunft als Teer: der unsaubre Abgang einer Katze.
Einen bessern Beweis, Schäfer!
Corinnus. Ihr habt einen zu höfischen Witz für mich; ich lasse es dabei bewenden.
Probstein. Was? bei der Hölle? Gott helfe dir, einfältiger Mensch! Gott eröffne dir das Verständnis! Du bist ein Strohkopf.