Celia.
Nein, gewißlich, es ist keine Treu und Glauben in ihm.

Rosalinde.
Denkst du das?

Celia. Nun, ich glaube, er ist weder ein Beutelschneider noch ein Pferdedieb; aber was seine Wahrhaftigkeit in der Liebe betrifft, so halte ich ihn für so hohl als einen umgekehrten Becher oder eine wurmstichige Nuß.

Rosalinde.
Nicht wahrhaftig in der Liebe?

Celia.
Ja, wenn er verliebt ist; aber mich dünkt, das ist er nicht.

Rosalinde.
Du hörtest ihn doch hoch und teuer beschwören, daß er es war.

Celia. (War) ist nicht (ist.) Auch ist der Schwur eines Liebhabers nicht zuverlässiger als das Wort eines Bierschenken: sie bekräftigen beide falsche Rechnungen. Er begleitet hier im Walde den Herzog, Euren Vater.

Rosalinde. Ich begegnete dem Herzog gestern und mußte ihm viel Rede stehn. Er fragte mich, von welcher Herkunft ich wäre; ich sagte ihm, von einer ebenso guten als er; er lachte und ließ mich gehn. Aber was sprechen wir von Vätern, solange ein Mann wie Orlando in der Welt ist?

Celia. O das ist ein reizender Mann! Er macht reizende Verse, spricht reizende Worte, schwört reizende Eide und bricht sie reizend der Quere, grade vor seiner Liebsten Herz, wie ein jämmerlicher Turnierer, der sein Pferd nach (einer) Seite spornt, seine Lanze zerbricht. Aber alles ist reizend, wo Jugend obenauf sitzt und die Zügel lenkt. Wer kommt hier?

(Corinnus kommt.)