Corinnus.
Mein Herr und Fräulein, ihr befragtet oft
Mich um den Schäfer, welcher Liebe klagte,
Den ihr bei mir saht sitzen auf dem Rasen,
Wie er die übermütge Schäfrin pries,
Die seine Liebste war.

Celia.
Was ist mit ihm?

Corinnus.
Wollt ihr ein Schauspiel sehn, wahrhaft gespielt
Von treuer Liebe blassem Angesicht
Und roter Glut des Hohns und stolzer Hoffart:
Geht nur ein Endchen mit, ich führ euch hin,
Wenn ihr's beachten wollt.

Rosalinde.
O kommt! gehn wir dahin;
Verliebte sehen nährt Verliebter Sinn.
Bringt uns zur Stell, und gibt es so das Glück,
So spiel ich eine Roll in ihrem Stück.

(Alle ab.)

Fünfte Szene

Ein anderer Teil des Waldes

(Silvius und Phöbe treten auf)

Silvius.
Höhnt mich nicht, liebe Phöbe! Tut's nicht, Phöbe!
Sagt, daß Ihr mich nicht liebt, doch sagt es nicht
Mit Bitterkeit; der Henker, dessen Herz
Des Tods gewohnter Anblick doch verhärtet,
Fällt nicht das Beil auf den gebeugten Nacken,
Bis er sich erst entschuldigt. Seid Ihr strenger
Als der von Tropfen Bluts sich nährt und kleidet?

(Rosalinde, Celia und Corinnus kommen in der Entfernung.)