vor Beginn der Ladung2,01Volt
nacheinerLadezeitvon1Min.2,02
152,03
352,04
452,04

Wurde die Ladestromquelle abgeschaltet und dem Akkumulator sofort ein Strom von 0,12 Amper entnommen, so sank die Spannung nur um 1-2 Millivolt. — Zu beachten ist übrigens bei dem Versuche, daß der durch das Ampermeter gehende Strom nur zum Teil Ladestrom ist, indem der durch das Voltmeter fließende Strom mitgemessen wird. Bei meinem Versuche nahm das Voltmeter 0,11 Amp. auf, so daß die Ladestromquelle 0,23 Amp. abgeben mußte.

Die bisherigen Darlegungen berechtigten zu der Aufstellung der These, daß nur diejenigen Theorien, die über den Bleiakkumulator aufgestellt sind, einer streng wissenschaftlichen Prüfung Stand halten, nach denen der Akkumulator ein umkehrbares Element im Sinne unserer Reaktionsgleichung ([Seite 36]) ist. — Es sei hier darauf aufmerksam gemacht, daß unsere Gleichung nur besagt, daß das System PbO2 + Pb + 2H2SO4 bei der Entladung übergeht in das System 2PbSO4 + 2H2O und daß bei der Ladung das letztere System in das erstere übergeführt wird. Auf die Frage, wie diese Umwandlung erfolgt, gibt uns natürlich unsere Gleichung keine Auskunft; jedoch müssen alle Vorgänge bei der Ladung stromliefernd (primär) erfolgen, ähnlich wie es bei dem Daniell-Elemente der Fall ist[41].

Der eben genannten Bedingung genügen die Theorie von Le Blanc und diejenige von C. Liebenow, die wir ausführlich besprechen wollen.

Theorie von Le Blanc. I. Entladung. Le Blanc nimmt an, daß Bleisuperoxyd in verdünnter Schwefelsäure in geringem Maße löslich ist. Die in Lösung gegangenen PbO2-Moleküle bleiben aber nicht als solche in der Flüssigkeit, sondern verbinden sich mit Wasser unter Bildung von vierwertigen Bleiionen und Hydroxylionen:

PbO2 + 2H2O = Pb···· + 4OH′

(1).

Da es chemische Verbindungen gibt, in denen das Blei vierwertig ist, so können auch vierwertige Bleiionen existieren; das Salz PbCl4, dessen Existenz nachgewiesen ist, wird sich sicher nach der Gleichung

PbCl4 = Pb···· + 4Cl′

in Wasser dissoziieren. Daß ferner ein chemischer Prozess zu einer Ionenbildung führt, hat nichts Befremdendes mehr, wenn man die Ionen als chemische Verbindungen ansieht (s. [S. 6]).