Für die Elemente der Automobilbatterien werden Hartgummikasten verwendet. Die Platten werden auch mit Zwischenlagen aus perforiertem Hartgummiblech oder aus Holzbrettchen eingebaut. Die einzelnen Elemente werden so miteinander verbunden, daß schadhafte Zellen leicht ausgewechselt werden können; man benutzt biegsame Verbindungen aus Bleistreifen oder verbleiten Kupferstreifen, die beiderseits durch Schrauben befestigt werden.
Säure. An die Reinheit der Schwefelsäure und des zum Nachfüllen zu benutzenden Wassers sind, wie sich aus früheren Betrachtungen (s. [S. 107] und [S. 110]) ergeben dürfte, die höchsten Anforderungen zu stellen. Sie müssen vor allem frei sein von metallischen Verunreinigungen. Fremde Metalle (s. [Selbstentladung]) bewirken das sogen. Nachgasen. Man prüft die Säure auf die Anwesenheit schädlicher Metalle dadurch, daß man mittels eines sauberen Holzspans ein Stückchen Zink in eine Probe bringt, die sich in einem Reagenzglas befindet. Sind schädliche Metalle in der Säure, so bilden sich Lokalelemente, und es wird elektrolytisch Wasserstoff abgeschieden, man sieht beständig feine Gasbläschen emporsteigen. Der Versuch, der etwa 1⁄2 Stunde dauern sollte, wird 3mal wiederholt; bleibt einmal die stetige Bläschenbildung aus, so ist die Säure frei von schädlichen Metallen.
Der Elektrolyt muß ferner frei sein von Chlor, Salpetersäure und salpetriger Säure, Arsenverbindungen und Essigsäure. Auch ganz minimale Mengen dieser Substanzen sind dem Akkumulator sehr schädlich; sie wirken nämlich zerstörend auf den Bleikern, indem sie Blei lösen. Die Bleiverbindung wird durch den Strom zersetzt und die Verunreinigung wird wieder frei usw. (s. [Formation]).
Untersuchung auf Salpetersäure: Man löst etwas Brucin in konzentrierter Schwefelsäure und setzt der Schwefelsäureprobe einige Tropfen der Lösung zu. Bei Gegenwart auch der geringsten Menge Salpetersäure erfolgt Rotfärbung.
Stickstoffverbindungen können auch in der Weise nachgewiesen werden, daß man in Wasser eine gleiche Menge konzentrierter Schwefelsäure eintropfen läßt und der heißen Lösung etwas Indigolösung zusetzt. Wird die Flüssigkeit entfärbt, so ist die Säure nicht brauchbar.
Die Untersuchung auf Chlor ist mit besonderer Sorgfalt auszuführen. 5 cm3 (ca. 9 Gramm) Säure werden mit 50 cm3 destilliertem Wasser gemischt[108]; nach 5-6 Stunden setzt man etwas Salpetersäure und 20prozentige Silbernitratlösung (Höllensteinlösung) zu. Nach einstündigem Stehen darf die Flüssigkeit keine weiße Färbung, höchstens ganz schwaches Opalisieren zeigen. (Es bildet sich bei Gegenwart von Chlorverbindungen unlösliches, weißes Chlorsilber.)
Arsenverbindungen werden durch eingeleiteten Schwefelwasserstoff in braunes, unlösliches Schwefelarsen umgewandelt.
Zum Füllen der Elemente benutzt man verdünnte Schwefelsäure vom spezifischen Gewichte 1,15 bis 1,17; sind die Positiven Großoberflächenplatten, so kann die Säure etwas stärker sein. Die Dichte der Säure wird bei den ersten Ladungen etwas größer, da die Paste noch weiter formiert wird und hierbei Schwefelsäure frei wird. — Da bei der Vermischung von Schwefelsäure und Wasser eine starke Wärmeentwickelung erfolgt und explosionsartige Erscheinungen auftreten, wenn man Wasser in Schwefelsäure gießt, so muß man die Schwefelsäure in dünnem Strahle unter Umrühren dem Wasser zusetzen. Mittels des Aräometers konstatiert man, ob die Mischung das gewünschte spezifische Gewicht hat. Erst nach dem Erkalten darf die Säure in die Akkumulatorengefäße gegossen werden. Muß man einen Trichter benutzen, so verwende man einen solchen aus Glas oder Porzellan.
Da die Untersuchung der Schwefelsäure und die Herstellung der Mischung umständlich ist, so empfiehlt es sich, die Säure durch die Akkumulatorenfabrik oder durch Handlungen zu beziehen, die von der Akkumulatorenfabrik empfohlen werden.
Die Säure soll die oberen Kanten der Platten mindestens 1 cm überragen; vor allem darf es nicht vorkommen, daß der obere Teil der Platten aus der Säure herausragt. Im Laufe der Zeit ändert sich die Menge und die Dichte der Säure, da Wasser verdampft, kleine Säureteilchen von den bei der Ladung sich bildenden Gasblasen mitgerissen werden und die Kapazität der Platten zu- bezw. abnehmen kann; wächst diese im Laufe der Zeit, so wird bei der Entladung mehr Säure verbraucht und die Schwankungen der Säuredichte werden größer. Meistens genügt es, durch Zusatz von destilliertem Wasser[109] die Säure auf die richtige Höhe zu bringen; von Zeit zu Zeit jedoch muß man die Säuredichte der einzelnen Zellen sowohl im vollständig geladenen wie im vollständig entladenen Zustande messen und eventuell Akkumulatorensäure hinzufügen (nie konzentrierte Säure, da diese die Platten angreift). Man setzt am besten die Säure vor Beginn der Ladung zu, indem die Gasblasen eine Vermischung bewirken. Im entladenen Zustande beträgt die Säuredichte meist 1,15, im geladenen Zustande kann sie bis 1,20 betragen. Eine zu niedrige Säuredichte schadet übrigens dem Akkumulator nicht, wohl aber eine zu hohe (Begünstigung der Sulfatierung, Verringerung der Lebensdauer). Säure, die beim Nachfüllen verschüttet wird, ist sofort abzuwaschen, damit die Isolatoren trocken bleiben.