Die Säuredichte mißt man mittels eines Aräometers, dessen Körper so flach ist, daß man es in den engen Zwischenraum zwischen den Platten einführen kann. Sind die Zellen mit einem Deckel versehen, so benutzt man ein Aräometer mit Saugheber und Gummiball. Bei genauen Untersuchungen ist zu beachten, daß die Säure in der Nähe des Gefäßbodens etwas konzentrierter ist. Durch Einblasen von Luft kann man eine Vermischung herbeiführen.

In der folgenden Tabelle ist das spezifische Gewicht, das Mischungsverhältnis und der Widerstand von 1 cm3 verdünnter Schwefelsäure angegeben.

Spezifisches
Gewicht
bei 15°
Gewichts-
prozente
H2SO4
Grade
Baumé
Widerstand eines
Kubikcent.
(angenähert)
1,1014,3513,02,2Ohm(Minimum)
1,1217,0115,41,8
1,1419,6117,71,6
1,1622,2019,81,5
1,1824,7622,01,45
1,2027,3224,01,4
1,2229,8426,01,38
1,22430,5026,61,36

Zuweilen verwendet man für die Füllung transportabler Akkumulatoren gelatinöse Schwefelsäure, die aus Schwefelsäure, Wasserglas und Asbest hergestellt wird. Die Trockenfüllung leidet an den Nachteilen, daß der innere Widerstand des Elementes stark erhöht und die Kapazität wesentlich verringert wird. Die Füllung muß mit einer Schicht flüssiger Säure von etwa 5 mm Dicke bedeckt sein, ev. ist destilliertes Wasser oder stark verdünnte Säure zuzusetzen.

Für Automobilbatterien verwendet man, da man die Säuremenge, um das Gewicht zu verringern, möglichst klein macht, Säure von etwas höherer Konzentration als bei Zellen für stationäre Anlagen; im geladenen Zustande darf die Säuredichte den Wert 1,25 erreichen.

Muß eine Zelle geleert werden, so zieht man die Säure mittels eines Hebers ab; die Platten werden in destilliertem Wasser aufbewahrt. Die betreffende Zelle muß, nachdem sie neu montiert ist, stark überladen werden. Zu dem Zwecke schaltet man sie während der Ladung der Batterie mit den anderen Zellen in Reihe, man verbindet sie also mit den beiden benachbarten Zellen. Nach Beendigung der Ladung wird eine der beiden Verbindungen beseitigt und der positive Pol des einen Nachbars mit dem negativen Pole des anderen verbunden (Überbrückung). Unsere Zelle ist also während der Entladung der Batterie ausgeschaltet. Bei der folgenden Ladung wird sie wieder mitgeladen usw.

Die Vorschriften für die Ladung und Entladung weichen in einzelnen Punkten bei den verschiedenen Firmen voneinander ab, was ja schon durch den Umstand erklärt werden kann, daß die Fabrikate verschieden sind. Die folgenden Vorschriften dürften aber allgemein gültig sein.

Die erste Ladung (nach der Montage) soll, wenn eben möglich, ohne Unterbrechung so lange fortgesetzt werden, bis bei allen Zellen an beiden Elektroden reichlich Gas entwickelt wird. Ihre Dauer ist eine große (24-48 Stunden), da die aktive Masse, besonders bei den negativen Platten, an der Luft (während des Transportes, der Montage) verändert wird, so daß eine nachträgliche Formierung erfolgen muß. Am längsten dauert natürlich die erste Ladung, wenn die negativen Platten unformiert versandt wurden.

Die späteren Ladungen sollen, wenn möglich sofort, spätestens aber 24 Stunden nach Beendigung der Entladung erfolgen (s. [Sulfatierung]). Falls die Batterie stark erschöpft ist, was bei Betriebsstörungen, z. B. bei einer Reparatur der Dynamo, vorkommen kann, so muß sofort gründlich aufgeladen werden. Zu beachten ist, daß man den positiven Pol der Batterie mit dem positiven Pole der Stromquelle verbinden muß (ev. Polreagenzpapier benutzen). Der maximale Ladestrom (gewöhnlich gleich der maximalen Entladestromstärke) darf nicht überschritten werden. Man lädt so lange, bis bei sämtlichen Elementen der Batterie an beiden Elektroden lebhafte Gasentwicklung erfolgt. Der Wärter hat die Pflicht, bei jeder Ladung nachzusehen, ob alle Zellen gasen[110].

Finden täglich mehrere Teilladungen statt, so darf nur eine bis zur vollen Gasentwicklung durchgeführt werden, die anderen dagegen sind sofort abzubrechen, wenn an einer Elektrode Gasentwicklung beginnt.