Will man (im Laboratorium) große und kleine Zellen gleichzeitig laden, so schaltet man zwei oder mehrere der kleinen Zellen parallel, bildet aus diesen gleichsam einen größeren Akkumulator, oder man wählt den Strom so, daß er der kleinsten Type angepaßt ist.
Es ist darauf zu achten, daß die mit dem Zellenschalter verbundenen Elemente nicht zu lange überladen werden.
Auch dann, wenn eine Batterie nicht oder nur wenig benutzt wird (Laboratorium), muß von Zeit zu Zeit, etwa alle 14 Tage, aufgeladen werden (siehe [Selbstentladung]). Automobilbatterien sollen nach jeder Fahrt geladen werden.
Die Ladestromstärke darf, wie wir bereits sahen, eine gewisse Größe nicht überschreiten; sie ist, wenn an beiden Platten Gasentwicklung erfolgt, auf etwa die Hälfte des ursprünglichen Wertes herabzusetzen. Hierfür kann man verschiedene Gründe angeben. Wird die Gasentwicklung zu stürmisch, so werden viele kleine Partikelchen der wirksamen Masse losgesprengt. Ferner hat die Elektrodenspannung, wenn die Stromstärke nicht vermindert wird, einen hohen Wert, und es kann sich Überschwefelsäure bilden (s. [S. 14]). Auch wird bei starker Gasentwicklung zu viel Säure verspritzt.
Bei Lichtanlagen arbeiten die Dynamo und Batterie parallel. Die Ladung der Batterie muß, ehe der Parallelbetrieb beginnt, beendet sein, ein Nachladen bei ausgeschaltetem Ladeschalter ist unter allen Umständen zu vermeiden, weil es zu einer Schädigung der mittleren Schaltzellen führt.
Wir wollen uns dies an einem bestimmten Falle klar machen. Es handle sich um eine Lichtanlage, bei der die Spannung in der Zentrale 115 Volt beträgt. Es sind 115:1,8 = 64 Zellen erforderlich; von diesen seien 12 mit dem Doppelzellenschalter Verbunden. Die Ladung sei soweit fortgeschritten, daß die Spannung jeder Zelle 2,2 Volt beträgt. Dann werde zum Parallelbetrieb übergegangen. Die Ladung kann nur durch den Entladeschalter geschehen (s. [S. 173]). Es können dann nur 115:2,2 = 52 Zellen Strom bekommen, die 12 letzten Zellen werden also nicht mit geladen. Muß die Batterie später Strom abgeben, so sind anfänglich 115:2 = 58 Zellen an der Stromlieferung beteiligt. Die Zellen 53 bis 58 werden also überanstrengt, da sie bei der Nachladung keinen Strom erhielten.
Die Akkumulatoren-Fabrik Akt.-Ges. schreibt für ihre Batterien vor, daß unter normalen Verhältnissen etwa alle 3 Monate eine Ladung mit Ruhepausen erfolgen soll (s. [S. 114]). Durch diese sucht man offenbar einer beginnenden Sulfatation vorzubeugen. Die Ladung geschieht in der Weise, daß die Maschine abgeschaltet wird, sobald an beiden Elektroden die Gasentwicklung beginnt; die Batterie ist vom Netze zu trennen. In diesem Ruhezustande soll sie mindestens 1 Stunde stehen bleiben. Dann wird wieder geladen bis zur Gasentwicklung, wieder abgeschaltet etc. Ladungen und Ruhepausen sollen solange aufeinander folgen, bis sofort nach dem Einschalten der Maschine Gasentwicklung beginnt. Bei den Nachladungen soll die Stromstärke natürlich kleiner als die normale sein. Dasselbe Verfahren soll angewandt werden, wenn die Batterie zu stark beansprucht und wenn sie wiederholt ungenügend geladen worden ist.
Zellen, die voraussichtlich längere Zeit nicht benutzt werden, sind gründlich aufzuladen ([Selbstentladung]); besonders schnell geht die Selbstentladung bei Großoberflächenplatten vor sich.
Der Wärter hat die Pflicht, alle Zellen bei jeder Ladung zu beobachten; besondere Aufmerksamkeit soll er den Schaltzellen zuwenden. Es kommt zuweilen vor, daß eine Zelle gegen die anderen zurückbleibt[111]; es erfolgt keine Gasentwicklung, wenn die Nachbarn schon lange „kochen‟, die Säuredichte steigt nicht oder doch nur sehr langsam an. Eine solche Zelle ist auf Kurzschluß zu untersuchen. Ein solcher kann verursacht werden dadurch, daß sich eine Platte krümmt oder dadurch, daß ein Fremdkörper in die Zelle hineinfällt oder daß aktive Masse aus dem Gitter herausfällt. Er hat zur Folge, daß der Ladestrom sich verzweigt und nur ein Bruchteil des Stromes durch die Säure fließt, d. h. eine elektrochemische Wirkung ausübt. Nach der Ladung entlädt sich die Zelle in sich selbst; denn der den Kurzschluß bewirkende Körper bildet eine leitende Verbindung zwischen den beiden Polen. Bei einer solchen Zelle tritt bald Sulfatierung ein, die mit einer Kapazitätsabnahme verbunden ist.
Das Vorhandensein eines Kurzschlusses kann man mittels eines kleinen Kompasses feststellen. Diesen legt man nacheinander zwischen zwei benachbarte Fahnen; kommt man an eine Platte, die Kurzschluß hat, so wird die Nadel durch das magnetische Feld des Stromes abgelenkt.