[108] Das betr. Glas ist mit destilliertem Wasser gut auszuspülen.

[109] Das destillierte Wasser ist auf Chlor zu untersuchen, s. [S. 139].

[110] Alle Zellen mit Ausnahme der Schaltzellen müssen zu gleicher Zeit und gleichmäßig zur Gasentwicklung gelangen.

[111] Ist ein Doppelzellenschalter vorhanden, so können zurückgebliebene Schaltzellen in der Weise nachgeladen werden, daß man sie zwischen Lade- und Entladehebel nimmt. Durch diese Zellen geht dann der ganze von der Dynamo abgegebene Strom, der natürlich den maximalen Ladestrom nicht überschreiten darf. Bei anderen Zellen wendet man die Überbrückungsmethode an (s. [S. 142]).

[112] Zum Reinigen der Akkumulatoren kann man einen Apparat benutzen, der zum Absaugen des Schlammes dient. Er besteht aus einer Luftpumpe und Vakuumkessel, an dem ein Schlauch mit passendem Bleimundstück angeschlossen ist Man zieht zuerst die Säure ab, saugt dann den Schlamm ab und füllt wieder ein. Das Herausnehmen der Platten ist also überflüssig.


Achtes Kapitel.
Der alkalische Akkumulator.

An den Bleiakkumulatoren wird als ein Nachteil getadelt, daß sie ein im Vergleich zu ihrer Leistung großes Gewicht haben. Dieses ist in erster Linie bedingt durch das hohe spezifische Gewicht und das große elektrochemische Äquivalent des Bleies. Auch der Umstand, daß Blei ein weiches Metall ist, wäre hier zu erwähnen. Der Träger der aktiven Masse muß nämlich aus Blei bestehen, die Platten müssen, damit sie genügend fest sind, eine ziemlich große Dicke haben. Endlich ist der Bleiakkumulator auch deshalb ein schwerer Akkumulator, weil der Elektrolyt in verhältnismäßig großer Menge vorhanden sein muß. Denn die Säure ist an dem chemischen Umsatze beteiligt, so daß man gezwungen ist, pro Amperstunde eine gewisse Säuremenge zu verwenden. Wird die Säure knapp bemessen, so sinkt ihre Dichte während der Entladung stark; dies hat zur Folge, daß der innere Widerstand größer und die elektromotorische Kraft kleiner wird. Nimmt man wenig, aber ziemlich stark konzentrierte Säure, so wird die Sulfatierung begünstigt und die Lebensdauer verringert. Das Gewicht der Säure beträgt bei stationären Akkumulatoren etwa 20% des Gesamtgewichtes. Was das Gewicht der Platten anbelangt, so kann man durch Verringerung der Dicke das Verhältnis zwischen Leistung und Gewicht wesentlich verbessern. Eine derartige Steigerung der Leistung pro Kilogramm Zellengewicht wird aber nur auf Kosten der Lebensdauer erkauft. Nach E. Sieg[113] haben Zellen der Kölner Akkumulatorenwerke für Traktionszwecke (Automobile), die ca. 30 Wattstunden pro Kilogramm geben, als mittlere Lebensdauer nur ca. 100 Entladungen.

Es gibt nun zwei Möglichkeiten, einen leichteren Akkumulator zu konstruieren, nämlich erstens Metalle zu verwenden, deren spezifisches Gewicht und elektrochemisches Äquivalent kleiner ist als bei Blei[114], zweitens das Elektrodenmaterial und den Elektrolyten so zu wählen, daß der Elektrolyt bei Stromzufuhr und Stromentnahme seine Konzentration nicht ändert.

Nach beiden Richtungen hin sind von zahlreichen Erfindern schon seit mehr als 20 Jahren Versuche angestellt worden.