Automobilzellen sind von Zeit zu Zeit, unter normalen Verhältnissen alle drei Monate, zu reinigen. Die Plattensätze werden zu dem Zwecke, nachdem die Batterie entladen ist, zusammen mit dem Deckel vorsichtig aus den Kasten herausgehoben, durch mehrmaliges Heben und Senken in destilliertem Wasser abgespült; die Kasten werden entleert und gereinigt, dann werden die Plattensätze wieder eingeschoben und Säure vom spez. Gew. 1,16-1,17 zugesetzt. Nach jeder Reinigung muß eine gründliche Aufladung mit etwa dem halben normalen Ladestrom erfolgen.
Im Übrigen sei bemerkt, daß die Firmen genaue Vorschriften über die Behandlung der von ihnen gelieferten Batterien geben und daß sie gegen eine jährliche Prämie die Überwachung und Instandhaltung der Batterien übernehmen (Akkumulatorenversicherung).
Die Lebensdauer des Akkumulators hängt in hohem Maße von der Art der Behandlung ab. Über diese können allgemein gültige Angaben kaum gemacht werden. Dünne Platten, wie sie für Traktionszwecke benutzt werden, die mit relativ hoher Stromdichte beansprucht werden, müssen nach 100 bis 200 Entladungen ausgewechselt werden. Planté-Platten haben eine andere Widerstandsfähigkeit als Faure-Platten. Auch spielt die Art der Formation eine wichtige Rolle; eine zu stark beschleunigte Formierung scheint die Lebensdauer ungünstig zu beeinflussen.
Werden bei der Formation dem Elektrolyten Chemikalien zugesetzt, die Blei chemisch angreifen, so kann es leicht vorkommen, daß in den Platten geringe Mengen dieser Substanzen zurückbleiben und in die Akkumulatorensäure gelangen. Das Blei des Trägers wird im Laufe der Zeit „angefressen‟, so daß die mechanische Festigkeit immer kleiner wird.
Die Lebensdauer der positiven Platten ist durch die Zeit gegeben, bis zu welcher das Blei der Rippen und des Kerns durch Umwandlung in Superoxyd aufgebraucht wird (s. [Lokalaktion], [S. 110]); die mechanische Festigkeit der Platten wird geringer und ihr Widerstand größer. Daraus ergibt sich, daß die Menge des festen Bleies in hohem Grade maßgebend ist für die Lebensdauer der positiven Platten.
Bei älteren negativen Platten geht der Bleischwamm langsam in festes, dichtes Blei über, er schrumpft unter beträchtlicher Volumänderung zusammen; es bilden sich Risse, und der Zusammenhang zwischen der Unterlage und der aktiven Masse wird gelockert. Man nennt diese Erscheinung Schrumpfen, Sintern, Verbleiung. Sie ist natürlich mit einer Kapazitätsabnahme verbunden, da die Säure nicht mehr in das Innere eindringen kann. Durch Zusatz gewisser indifferenter Substanzen (z. B. Koks, Bimsstein) in fein verteiltem Zustande zu dem Breie, den man in die Gitter schmiert, soll das Sintern verhindert bezw. verlangsamt werden (s. [S. 136]).
Durch zu starke Beanspruchung der negativen Platten wird das Schrumpfen beschleunigt. Daher dürfte ein weiteres Mittel, dem Verbleien vorzubeugen, darin bestehen, die Kapazität der Bleischwammplatten von vornherein größer zu wählen als die der positiven Elektroden.
Vor allem muß sich jeder, der Akkumulatoren benutzen will, mit den Vorgängen im Akkumulator und mit seinen Eigentümlichkeiten genau bekannt machen und sich von vornherein daran gewöhnen, mit der nötigen Vorsicht zu Werke zu gehen.
[107] Siehe Zentralblatt für Akkumulatorentechnik 1907, S. 30 oder E. T. Z. 1907, S. 611.