[48]. “... Nach der Dreiteilung der seelischen Fähigkeiten bei dem Einzelmenschen und den Bewohnern jedes Staates werden die Völker auf der ganzen Erde gruppiert, indem durch das Klima immer eine Anlage besonders zur Ausbildung kommt ...”—Ibid., p. 46.

[49]. “... Bodin nimmt zwei Teile des menschlichen Seelenlebens an, erstens eine allen Menschen gemeinsame, unveränderliche geistige Befähigung, die Vernunft, und zweitens Anlagen, die von dem Klima und der physischen Natur des Menschen abhängen. In der ‘République’ wird ausgeführt, daß diese abhängigen Anlagen nur verschiedene von dem geographischen Milieu abhängige Entwicklungsstufen des Verstandes sind, während dieser an sich von den einzelnen Gegenden unabhängig ist ...”—Ibid., p. 45.

[50]. “... Indem er [Bodin] als erster in der Neuzeit auf streng wissenschaftlicher Grundlage versucht, die Wechselwirkung, die zwischen dem historischen Verlauf und der Natur stattfindet, festzustellen, gelangt er zu der Annahme von zwei Teilen des geistig-seelischen Innenlebens, eines von den umgebenden Verhältnissen abhängigen und eines absoluten, gegen äußere Einflüsse sich passiv verhaltenden Teils. Willensfreiheit neben der durch das Milieu bedingten Ausbildung bestimmter Anlagen und Fähigkeiten ist der mittlere Weg, den er zwischen der Annahme des zwingenden Einflusses der äußeren Natur und der gänzlichen Unabhängigkeit von ihr einschlägt ...”—Ibid., p. 77.

[51]. “Neben dem Horizontal- wendet Bodin den Vertikalmaßstab zur Beurteilung der Völker an, indem er untersucht, wie die verschiedene Erhebung des Bodens auf die Gestaltung des Volkscharakters einwirkt ...

“Ebenso wird die Natur der Völker von der Qualität des heimatlichen Bodens beeinflußt, ...”—Ibid., p. 58.—“Der Einfluß, der sich aus der östlicheren oder westlicheren Wohnlage auf den Volkscharakter geltend macht, ist, wo nicht in der Richtung Süd-Nord sich erstreckende Gebirge eine deutlichere Scheidelinie bilden, nach Bodin schwer zu bestimmen ...”—Ibid. p. 57.

[52]. “Neben der Vorstellung von der geistig-sittlichen Einheit der Menschen geht die Erkenntnis der Verschiedenartigkeit der Nationen und ihres Bildungsgrades her, die aus den partikularen Bedingungen des nationalen Einzeldaseins resultiert. Zur Erklärung des Volkscharakters wird, wie schon dargelegt, die Theorie des Klimas herangezogen ...”—Ibid., p. 62.

[53]. “Bodin hat sich deswegen mit der Theorie des Klimas beschäftigt, weil er in der Geschichte und im Völkerleben bestimmte regelmäßige Erscheinungen wahrnahm, die er sich nur aus dem Einfluß des geographischen Milieus erklären konnte. Bei dem strengen Festhalten an der menschlichen Willensfreiheit konnte er sich diesen Einfluß nur durch die Annahme einer von äußeren Verhältnissen abhängigen Entwicklungsfähigkeit der geistigen Anlagen in bestimmter Richtung erklären...”—Ibid., p. 60 f.—“Das unbedingte Festhalten an der menschlichen Willensfreiheit mußte Bodin vor der Annahme bewahren, daß der Einfluß des geographischen Milieus auf die Menschen ein zwingender sei. Nur die Entwicklung der Anlagen wird von der Umwelt bestimmt, nicht aber das sittliche Wollen ...”—Ibid., p. 59.

[54]. “Wo die äußere Natur zur Entwicklung schlechter Anlagen führt, besitzt nach Bodin die Menschheit in der Erziehung ein Mittel, diesem Übelstand zu begegnen.”—Ibid., p. 77.—“... den Menschen [wird] die Fähigkeit zugesprochen ..., die schädlichen Einwirkungen des Klimas wenn auch schwer, zu überwinden ...”—Ibid., p. 60.

[55]. L.c., p. 198.

[56]. “... Den Vergleich der drei Völkergruppen [südliche, mittlere, nördliche] mit den menschlichen Lebensaltern hat Bodin von Aristoteles entlehnt, was er Meth. V 140, 141 selbst zugibt.”—Renz, l.c., p. 57.