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Story of a Heart.
Ein Ritter und ein gutes Weib,
Die hatten einmal Seel’ und Leib
So fest verwebt in Minneglut,
Dass beider Leben, beider Mut
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War eins geworden ganz und gar.
Was je der Frau zuwider war,
Das war es auch dem Ritter.
Davon zuletzt ward bitter
Ihr Lebensende, leider.
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Es war die Minne beider
Nun worden so gewaltig,
Dass sie sehr mannigfaltig
Die Herzen machte schmerzen.
Gross Schmerz ward ihren Herzen
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Von süsser Minne kund.
Die hatte sie bis auf den Grund
Mit ihrer Flamm’ entzündet
Und dergestalt ergründet
In heisser Leidenschaft,
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Dass Worte machtlos bleiben
Dieselbe zu beschreiben.
Doch konnten sie nun leider nicht
Zusammenkommen, um die Pflicht
Der Minne nach Begehr zu üben.
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Denn jenes Weib, gemacht zum Lieben,
Hatt’ einen werten Ehgemal,
Der brachte beiden grosse Qual,
Weil dieser, immer auf der Hut,
Bewachte jenen Ritter gut,
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So dass er niemals konnte stillen
An ihr des wunden Herzens Willen,
Das blutete im Busen sein.
Deswegen litt er eine Pein,
Die grausam war und fürchterlich.
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Nach ihrem Leibe minniglich
Begann er sich gar sehr zu quälen
Und konnte seine Not verhehlen
Nicht mehr vor ihrem Mann.
Zur Frau begab er sich sodann
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Bei günstiger Gelegenheit
Und klagte ihr sein Herzensleid.
Daraus entstand erst lang danach
Für ihn ein schweres Ungemach.
Der Gatte, in verdächt’gem Mut,
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Bewachte sie mit strenger Hut
So lange, bis ihm leider klar
An ihrem Tun geworden war,
Dass süsse Minne beider Glück
Umwickelt hielt in ihrem Strick.
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Das tat dem guten Herrn leid;
Er dachte bei sich sehr gescheit:
Lass ich mein Weib also gebaren,
Werd’ ich an ihr nun bald erfahren,
Was all mein Glück vergiftet,
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Wenn sie mir Schaden stiftet
Mit diesem werten Mann.
Also, wenn ich es fügen kann,
Entrück’ ich sie seinem Begehr:
Über das grosse wilde Meer
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Will ich nun mit ihr fahren
Und sie auf solche Art bewahren
Vor ihm, bis er dann ganz von ihr
Wegwendet seines Herzens Gier.
Und bald denkt sie an ihn nicht mehr:
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Dem, hört’ ich sagen von je her,
Wird nach und nach sein Lieb zu Leid,
Der lebt beständig lange Zeit
Von ihm getrennt. So steht mein Sinn:
Ich fahre bald mit ihr dahin
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Und bleibe in der heil’gen Stadt,
Bis meine Frau vergessen hat
Die Liebe, die sie überkam
Von diesem Ritter lobesam.
Als es dem ward bekannt,
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Der nach der Dame war entbrannt,
Beschloss der Liebende bei sich,
Ihr nachzufolgen schleuniglich.
Die strenge Kraft der Minne
Bezwang so seine Sinne,
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Dass er ja um das schöne Weib
Hätte willig seinen Leib
In den grimmen Tod gebracht.
Drum wollt’ er, wie er’s ausgedacht,
Nicht lang verziehen mit der Fahrt.
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Als nun die Dame inne ward
Der Absicht, die er hegte,
Rief heimlich ihn, so wie sie pflegte,
Zu sich das kaiserliche Weib
Und sagte: “Freund und lieber Leib,
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Mein Mann ist auf den Plan gekommen,
Wie du wohl selber hast vernommen,
Mich zu entfernen weit von dir.
Nun, Trautgesell, gehorche mir
In deiner hochholdseligen Art
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Und mach’ zunichte diese Fahrt,
Die er ersann zu meinem Weh.
Fahr’ du alleine über See;
Und hat er dann davon vernommen,
Dass du vor ihm dahin gekommen,
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So bleibt er hier wohl stehen,
Und jener Argwohn wird vergehen,
Den er auf mich gelenkt.
Wenn er nun bei sich denkt:
‘Wär’ etwas Wahres an der Sünde,
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Der ich mein Weib für schuldig finde,
Hätte der Ritter solchermassen
Das Land gewiss niemals verlassen.’
So wird der Argwohn bald entkräftet,
Den er bisher auf mich geheftet;
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Auch soll es dir kein Leid bereiten,
Dich aufzuhalten dort im weiten,
Bis das Geschwätz wird einmal stumm,
Das hier zu Lande läuft herum.
Und bringt der süsse reine Christ
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Dich wieder heim nach kurzer Frist,
So hast du’s besser künftiglich
Mit deiner Minne, wie auch ich,
Denn das Geplapper von uns zwein
Wird, hoff’ ich, ausgestorben sein.
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Gott sei’s geklagt, dass du allhier
Nicht immer bleiben kannst bei mir,
Und ich bei dir, wie ich begehr’.
Nun komm zu mir, mein lieber Herr,
Und steck’ dir dieses Ringlein an:
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Dich soll’s erinnern dann und wann,
Wie ich hier weil’ mit schwerem Sinn,
Weil ich von dir geschieden bin.
Jetzt küsse mich nur noch einmal
Und tue, wie ich dir befahl.”
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Der werte Ritter trennte sich
Von ihr und ging wehmütiglich
Ans Ufer, wo ein Schiff sich fand,
Und fuhr nach dem gelobten Land.
Doch schwerer wurde mit der Zeit
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Des Liebekranken Weh und Leid,
Es drang bis auf der Seele Grund,
Er ward von tiefer Sorge wund
Und klagte öfters von der Pein,
Die wütete im Herzen sein.
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So lebt’ er jammervolle Tage
Und trieb so lange seine Klage,
Bis er am Ende kam so weit
In seinem grenzenlosen Leid,
Dass er nicht mehr mochte leben.
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Solch elend Los war ihm gegeben,
Dass auch sein Äussres deutlich sprach
Von seinem inneren Ungemach.
Und als der Ritter wusste,
Dass er bald sterben musste,
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Sprach er also zu seinem Knecht:
“Mein Trautgesell, vernimm mich recht!
Ich sehe leider wohl,
Dass ich bald sterben soll,
Weil die, die ich so sehr geliebt,
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Grausam zu Tode mich getrübt.
Das ist nun meine Lage,
Drum höre, was ich sage:
Wenn meine allerletzte Not
Vorbei ist, und ich liege tot
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Durch das holdselige Weib,
So lass aufschneiden meinen Leib
Und nimm mein Herz heraus,
All blutig und von Farbe graus.
Sodann sollst du es salben
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Mit Balsam allenthalben;
So bleibt es frisch auf Jahr und Tag.
Und höre, was ich weiter sag’.
Schaff’ dir ein goldnes Büchselein,
Verziert mit edelem Gestein;
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Darein mein totes Herze tu’
Lege das Ringlein auch hinzu
Und bring’ es meiner Frauen,
Damit sie möge schauen,
Was ich von ihr erlitten,
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Und wie mein Herz verschnitten
Um ihretwillen. Gott beglücke
Meine arme Seel’ und schicke,
Dass die weitentfernte Süsse
Glück und Lebensfreud’ geniesse,
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Da ich hier nun liege tot.”
In solcher schweren Herzensnot
Verschied der Ritter. Mit dem Toten
Verfuhr der Knecht, wie ihm geboten:
Er kehrte heim mit heissem Schmerz
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Und trug mit sich das tote Herz.
Doch als er durch die Gegend eilte,
Wo jene hohe Frau verweilte,
Kam ihm—es war sehr ungelegen—
Ihr werter Ehgemahl entgegen,
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Bedrohte ihn mit scharfem Wort
Und nahm das Herze mit sich fort.
Dem Koche liess er’s überreichen,
Der eine Speise sondergleichen
Für seine Herrin machen sollte.
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Der Koch tat, wie der Schlossherr wollte,
Und ganz unwissentlicher Weise
Genoss die Frau die ekle Speise.
Es deucht’ ihr gut, sie ass es gern
Und sprach also zu ihrem Herrn:
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“Ist dieses Essen lobesam
Wild gewesen oder zahm?”
Der Herr erwiderte gemessen:
“Du hast des Ritters Herz gegessen,
Der mit so liebevollem Sinne
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Stets trachtete nach deiner Minne.
Von sehnsuchtsvoller Herzensnot
Liegt er in weiter Ferne tot
Und hat sein Herz in dieses Land
Durch seinen Knecht zu dir gesandt.”
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Entsetzen traf das holde Weib,
Das Herz erkaltet’ ihr im Leib,
Die Hände fielen ihr zum Schoss,
Das Blut ihr aus dem Munde goss;
Zuletzt sprach sie in tiefem Schmerz:
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“Ass ich also des Freundes Herz,
Der stetig mich geliebt so sehr,
So sag’ ich Euch bei meiner Ehr’,
Dass keine andre Speise mir
Von diesem Tage für und für
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Den Mund berührt. Ich folge nach
Dem Freunde, der nie Treue brach;
Ich weiss, ich komme bald ans Ende.”
Sie faltete die weissen Hände,
Es brach das Herz in ihrem Leib,
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Sie sank dahin ein totes Weib.
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