3 Neue Liebe neues Leben. Herz, mein Herz, was soll das geben? Was bedränget dich so sehr? Welch ein fremdes neues Leben! Ich erkenne dich nicht mehr. Weg ist alles, was du liebtest, Weg warum du dich betrübtest, Weg dein Fleiss und deine Ruh— Ach, wie kamst du nur dazu! Fesselt dich die Jugendblüte, Diese liebliche Gestalt, Dieser Blick voll Treu’ und Güte Mit unendlicher Gewalt? Will ich rasch mich ihr entziehen, Mich ermannen, ihr entfliehen, Führet mich im Augenblick, Ach, mein Weg zu ihr zurück. Und, an diesem Zauberfädchen, Das sich nicht zerreissen lässt, Hält das liebe lose Mädchen Mich so wider Willen fest; Muss in ihrem Zauberkreise Leben nun auf ihre Weise. Die Verändrung ach wie gross! Liebe! Liebe! lass mich los!
4 Rastlose Liebe. Dem Schnee, dem Regen, Dem Wind entgegen, Im Dampf der Klüfte, Durch Nebeldüfte, Immer zu! Immer zu! Ohne Rast und Ruh! Lieber durch Leiden Möcht’ ich mich schlagen, Als so viel Freuden Des Lebens ertragen. Alle das Neigen Von Herzen zu Herzen, Ach, wie so eigen Schaffet das Schmerzen! Wie soll ich fliehen? Wälderwärts ziehen? Alles vergebens! Krone des Lebens! Glück ohne Ruh, Liebe, bist du!
5 Meeres Stille. Tiefe Stille herrscht im Wasser, Ohne Regung ruht das Meer, Und bekümmert sieht der Schifer Glatte Fläche rings umher. Keine Luft von keiner Seite! Todesstille fürchterlich! In der ungeheuern Weite Reget keine Welle sich.
6 Glückliche Fahrt. Die Nebel zerreissen, Der Himmel ist helle, Und Äolus löset Das ängstliche Band. Es säuseln die Winde, Es rührt sich der Schiffer. Geschwinde! Geschwinde! Es teilt sich die Welle, Es naht sich die Ferne; Schon seh’ ich das Land!
7 Wandrers Nachtlieder. Der du von dem Himmel bist, Alles Leid und Schmerzen stillest, Den, der doppelt elend ist, Doppelt mit Erquickung füllest, Ach ich bin des Treibens müde! Was soll all der Schmerz und Lust? Süsser Friede, Komm, ach komm in meine Brust! Über allen Gipfeln Ist Ruh, In allen Wipfeln Spürest du Kaum einen Hauch: Die Vögelein schweigen im Walde. Warte nur, balde Ruhest du auch.
8 Der König in Thule. Es war ein König in Thule Gar treu bis an das Grab, Dem sterbend seine Buhle Einen goldnen Becher gab. 5 Es ging ihm nichts darüber, Er leert’ ihn jeden Schmaus; Die Augen gingen ihm über, So oft er trank daraus. Und als er kam zu sterben, 10 Zählt’ er seine Städt’ im Reich, Gönnt’ alles seinem Erben, Den Becher nicht zugleich. Er sass beim Königsmahle, Die Ritter um ihn her, 15 Auf hohem Vätersaale, Dort auf dem Schloss am Meer. Dort stand der alte Zecher, Trank letzte Lebensglut, Und warf den heilgen Becher 20 Hinunter in die Flut. Er sah ihn stürzen, trinken, Und sinken tief ins Meer. Die Augen täten ihm sinken; Trank nie einen Tropfen mehr.
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From ‘Prometheus,’ Act 3: The Titan’s defiance.

Bedecke deinen Himmel, Zeus,

Mit Wolkendunst,