Admonition, denunciation, and citation of the inger by the priest Bernhard Schmid in the name and by the authority of the Bishop of Lausanne in 1478.
Du vnvernünfftige/ vnvollkommne Creatur/ mit nammen Inger/ vnd nenne dich darumb vnvollkommen/ dann deines geschlechts ist nit geseyn in der Arch Noe/ in der Zeit der vergifftung vnd plag des Wassergusses. Nun hast du mit deinem anhang grossen schaden gethan im Erdtrich vnd auff dem Erdtrich ein mercklichen abbruch zeitlicher nahrung der Menschen vnd vnvernüfftigen thiere. Vnd von des nun/ sömlicher und dergleichen/ durch euch vnd euweren anhang nit mehr beshäch/ so hat mir mein gnädiger Herr vnd Bischoff zu Losann gebotten in seinem nammen/ euch zeermannen/ zeweichen vnd abzestahn. Vnd also von seiner Gnaden gebotts wegen vnd auch in seinem nammen als obstaht/ vnd bey krafft der heiligen hochgelobten Dreyfaltigkeit/ vnd durch krafft vnd verdienen des Menschen-geschlechts Erlösers/ vnsers behalters Jesu Christi/ vnd bey krafft vnd gehorsamkeit der heiligen Kirchen gebieten vnd ermannen ich euch in 6. nächsten tagen zeweichen/ all vnd jegliche besonders/ auss allen Matten/ Ackeren/ Gärten/ Feldern/ Weiden/ Bäumen/ Krüteren/ vnd von allen örteren/ an denen wachsend vnd entspringend nahrungen der Menschen vnd der Thieren/vndan dieort vnd stätteuch fügend/ dass ihr mit ewerem anhang nimmer kein schaden vollbringen mögen an den früchten vnd nahrungen der Menschen vnd Thieren/ heimlich noch offentlich. Were aber sach/ dass ihr dieser ermannungen vnd gebott nit nachgiengend/ oder nachfolgeten/ vnd meinten vrsach haben/ das nit zeerfüllen/ so ermannen ich euch alsvor/ vnd laden vnd citieren euch bey krafft vnd gehorsamkeit der heiligen Kirchen am 6. tag nach diser execution/ so es eins schlecht/ nach mitten tag/ gen Wifflispurg/ euch zu verantworten/ oder durch eweren Fürsprechen antwort zu geben/ vor meinem gnädigen Herren von Losann/ oder seinem Vicario vnd statthaltern/ vnd wird drauff mein gnädiger Herr von Losann oder sein statthalter fürer/ nach ordnungen des rechten/ wider euch/ mit verflüchen vnd beschweerungen/ handeln/ alss sich dann in solchem gebürt/ nach form vnd gestalt des rechten. Lieben Kind/ ich begären von ewerem jeglichen zu bätten mit andacht auff ewerem knyen 3 Paternoster vnd Ave Maria, der hochen heiligen Dreyfaltigkeit zu lob vnd ehr anzerüffen vnd zebitten ihr gnad vnd hilff zesenden/ damit die Inger vertriben werdind.
Job. Heinrich Hottinger: Historia ecclesiastica novi testamenti iv. pp. 317-321, on the authority of Schilling’s Chronica, the manuscript of which is in the Zurich library.
Decree of Augustus, Duke of Saxony and Elector, commending the action of Parson Greysser in putting the sparrows under ban, issued at Dresden in 1559.
Von Gottes Gnaden Augustus, Herzog zu Sachsen und Kurfürst.—Lieber Getsener, welchergestalt und aus was Ursachen und christlichem Eifer, der würdige, Unser lieber andächtiger Hr. Daniel Greysser, Pfarrherr allhier in seiner nächst getanen Predigt, über die Sperlinge etwas heftig bewegt gewesen und dieselbe wegen ihres unaufhörlichen verdriesslichen grossen Geschreis und ärgerlichen Unkeuschheit, so sie unter der Predigt, zu Verhinterung Gottes Worts und christlicher Andact, zu tun und behegen pflegen, in den Bann getan, und männiglich preis gegeben, dessen wirst du dich als der damals ohne Zweifel aus Anregung des heiligen Geistes im Tempel zur Predigt gewesen, guter massen zu erinnern wissen.
Wiewohl Wir uns nun vorsehen, du werdest, auf gedachten Herrn Daniels Vermahnen und Bitten, so er an alle Zuhörer insgemein getan, ohne das allbereit auf Wege gedacht haben; sintemal Wir diesen Bericht erlangt, dass du dem kleinen Gevögel vor andern durch mancherlei visirliche und listige Wege und Griffe nachzustellen, auch deine Nahrung unter andern damit zu suchen und dasselbe zu fahen pflegest,—dass ihnen ihrem Verdienst nach gelohnt werden möge nach weiland des Herrn Martini seligen Urtheil—ist demnach unser gnädiges Begehren—zu eröffnen, wie und welchergestalt auch durch was Behändigkeit und Wege, du für gut ansehest, dass die Sperlinge eher dann, wann sie jungen, und sich durch ihre tägliche und unaufhörliche Unkeuschheit unzählich vermehren, ohne sonderliche Kosten aus der Kirche zum heiligen Kreuz gebracht, und solche ärgerliche Vöglerei und hinterlicher Getzschirpe und Geschrei im Hause Gottes, verkümmert werden möge.... Das gereicht zur Beförderung guter Kirchenzucht und geschieht daran unsere gnädige Meinung. Datum Dresden, den. 18. Februar 1559.—Unserm Secretario und lieben getreuen Thomas Nebeln.