Das halbe Hosenbein besteht einfach aus einen Winkel von 10 deg. zu welchen 1¼ am Schritte (an der größsten Seite) erlaubt wird, und am obern Ende der Vorderhose nach vorn ⅝, während der obere Teil der Hinterhose 15 deg. abgestochen wird, wie es in allen Zeichnungen zu sehen ist.
Oben, an der Seite des Winkels von 10 deg. ist die Hose vollständig.
Zwischen dieser Seiten Linie, und den abgestochenen 15 deg. an dem hintern Teile der Hinterhose wird das Unterleibsmaß so angelegt daß nach einem oder zwei kleinen Einschnitten, und nach Abrechnung aller Nähte, die Hose so viel mißt als die Person in sitzender Stellung. Der Unterschied in verschiednen Personen, im Stehen oder im Sitzen mag angenommen werden von 1 bis 5 Zoll, nachdem die Person mehr oder weniger beleibt ist. Beim Maßnehmen für eine Hose, sollte dieses jedes Mal beobachtet werden, zumal wenn das Unterleibsmaß groß ist. Zu diesem Zwecke muß das Maß in sitzender Stellung genommen werden, und es wird immer gut sein wenn die obern Knöpfe offen sind. Sollte der oben besprochene Winkel von 10 deg. nicht groß genug sein für das Bundmaß, so wird nicht nur gar kein Einschnitt in die Hinterhose gemacht, und wenn dieses nicht ausreicht, so wird das fehlende in drei gleiche Teile geteilt, und zwei Teile davon werden an der Seitennaht erlaubt und ein Teil am vordern Teile der Vorderhose, zu dem ⅝ welche schon erlaubt waren, so daß, wenn die Hosen an dem Leibe sind, das größere Bundmaß sich in drei gleiche Teile verteilen kann, ein Teil an der rechten, ein Teil an der linken Seite und ein Teil vorn. (Siehe dia. [XX.] und [XXIV.])
Die Zeichnungen für die Röcke und Westen sind so genau und in so verschiedenen Formen gegeben, daß es beinahe unmöglich ist, sie nicht zu verstehen, selbst wenn ein Zuschneider kein Wort von der Beschreibung lesen könnte.
Dia. [IV.] wird in jeder Hinsicht ein gutes Muster schneiden für den normalen Körperwuchs. Die Weite des Hinterteils am Halse sollte niemals weniger als 3¼, und mag 3½ sein, und wenn der Rücken an das Halsband, oder an den Kragen genäht wird, so “muß” das Halsband ¼ bis ⅜ angehalten werden, nicht an der Mitte sondern mehr nach der Seite, so nahe als möglich nach der Schulternaht zu. Oder noch besser gesagt: der Rücken sollte soviel gestreckt werden, und um dieses am rechten Platze zu tun, muß der Rücken so weit als möglich geschnitten werden. Sollte man sich nicht auf den Westenmacher verlassen können so erlaube man lieber ¼ bis ⅜ Zoll mehr Länge am obern Ende der Schulternaht welches aber zu nichts in der Mitte dieser Naht aus laufen muß.
Zweireihige Westen können den Rücken ¼ bis ⅜ länger vertragen, indem diese Länge des Hinterteiles, dem Vorderteile Gelegenheit giebt, sich enger an den Hals anzuschließen. Auch sollte jede zweireichige Weste einen kleinen Einschnitt unter dem Kragen haben, oder das Halsloch sollte mit einem starken Faden eingezogen werden.
Eine Weste, um weit genug zu sein, braucht das halbe Brustmaß und 2½ Zoll, an der Linie von 9 bis 14 unter dem Arme, und dia. [IV.] hat dieses Maß für jede Weste. Die Taillie braucht dasselbe Verhältniß, und eben dasselbe die Hüften. Wenn aber die Seitennaht 2 bis 2½ Zoll offen bleibt, oder wenigstens so weit, daß sie den Hüftknochen nicht berühren kann, dann braucht man sich nicht viel um dieses Maß zu bekümmern.
Wenn das Unterleibsmaß im Verhältniß größer wird so gebe man von Anfange in der Seite und vorne zu gleichen Teilen zu, nach den aber atwa ¾ Zoll in der Seite erlaubt worden sind, gebe man alles übrige vorne zu.
Um einer eingesunkenen Brust eine Weste anzupassen, nehme man einfach dia. [IV.] und lege eine Falte in das Muster von vieleicht ½ bis 1 Zoll, jenachdem der Brustkasten eingesunken ist. Diese Falte muß die Form eines V haben, und muß sich zu nichts auslaufen am untern Ende des Armlochs, ohne das die Seitennaht davon berührt wird.
Keine andere Veränderung ist nöthig, und ich möchte nur noch bemerken, daß die sogenannte Schulterspitze nicht durch diese Verkürzung des Vorderteils aus ihrem Geleise geworfen wird, sondern wie sich die Brust nach und nach gesenkt hat und kürzer geworden ist, so wird auch eine solche Weste verändert, wenn das Vorderteil verkürzt wird.