Es vergeht keine Stund' in der Nacht
Da mein Herz nicht erwacht
Und an dich gedenkt. 15
Wie du mir viel tausendmal,
Wie du mir viel tausendmal,
Dein Herz geschenkt.
I
STOLBERG
Lied eines deutschen Knaben.—Gesammelte Werke, Hamburg, 1827, i. 42.
Mein Arm wird stark und gross mein Muth,
Gieb, Vater, mir ein Schwert!
Verachte nicht mein junges Blut;
Ich bin der Väter werth!
Ich finde fürder keine Ruh 5
Im weichen Knabenstand!
Ich stürb', O Vater, stolz, wie du,
Den Tod für's Vaterland!
Schon früh in meiner Kindheit war
Mein täglich Spiel der Krieg! 10
Im Bette träumt' ich nur Gefahr
Und Wunden nur und Sieg.
Mein Feldgeschrei erweckte mich
Aus mancher Türkenschlacht;
Noch jüngst ein Faustschlag, welchen ich 15
Dem Bassa zugedacht!
Da neulich unsrer Krieger Schaar
Auf dieser Strasse zog,
Und, wie ein Vogel, der Husar
Das Haus vorüberflog, 20