Ja! und bei allen schröcklichen Seufzern derer, die jemals durch eure Dolche sturben281, derer, die meine Flamme fraß und mein fallender Turm zermalmte, — eh soll kein Gedanke von Mord oder Raub Platz finden in eurer Brust, bis euer aller Kleider von des verruchten Blute scharlachrot gezeichnet sind — das hat euch wohl niemals geträumet, daß ihr der Arm höherer Majestäten seid? der verworrene Knäul unsers Schicksals ist aufgelößt! Heute, heute hat eine unsichtbare Macht unser Handwerk geadelt! Betet an vor dem, der euch dies erhabene Los gesprochen, der euch hieher geführt, der euch gewürdiget hat die schröckliche Engel seines finstern Gerichtes zu sein! Entblößet eure Häupter! Kniet hin in den Staub, und stehet geheiliget auf! sie knien.
SCHWEIZER
Gebeut282 Hauptmann! was sollen wir tun?
MOOR
Steh auf Schweizer! und rühre diese heilige Locken an! er führt ihn zu seinem Vater und gibt ihm eine Locke in die Hand. Du weißt noch, wie du einsmals jenem böhmischen Reuter den Kopf spaltetest, da er eben den Säbel über mich zuckte, und ich atemlos und erschöpft von der Arbeit in die Knie gesunken war? dazumal verhieß ich dir eine Belohnung, die königlich wäre, ich konnte diese Schuld bisher niemals bezahlen, —
SCHWEIZER
Das schwurst du mir, es ist wahr, aber laß mich dich ewig meinen Schuldner nennen!
MOOR
Nein, itzt will ich bezahlen. Schweizer, so ist noch kein Sterblicher geehrt worden wie du! — Räche meinen Vater!
Schweizer steht auf.