AMALIA
fällt ihm um den Hals.
Bruder meines Karls, bester, liebster Franz!
FRANZ
O Amalia! wie lieb ich dich um dieser unerschütterten Treue gegen meinen Bruder — verzeih, daß ich es wagte, deine Liebe auf diese harte Probe zu setzen! — Wie schön hast du meine Wünsche gerechtfertigt! — Mit diesen Tränen, diesen Seufzern, diesem himmlischen Unwillen — auch für mich, für mich — unsere Seelen stimmten so zusammen.
AMALIA
O nein, das taten sie nie!
FRANZ
Ach, sie stimmten so harmonisch zu, ich meinte immer, wir müßten Zwillinge sein! und wär’ der leidige Unterschied von außen nicht, wobei leider freilich Karl verlieren muß, wir würden zehnmal verwechselt. Du bist, sagt’ ich oft zu mir selbst, ja, du bist der ganze Karl, sein Echo, sein Ebenbild!