Zum ersten Mal hatte ein Angehöriger der Familie Schemarjah „Sam” genannt, und es war, als hätte Mirjam den amerikanischen Namen des Bruders absichtlich ausgesprochen, um seiner Forderung, die Familie möge nach Amerika fahren, Nachdruck zu verleihen.
„Sam!”, rief Mendel Singer, „wer ist Sam?”
„Ja”, wiederholte Deborah, „wer ist Sam?”
„Sam”, sagte, immer noch mit einem Lächeln, Mirjam, „ist mein Bruder in Amerika und euer Sohn!”
Die Eltern schwiegen.
Menuchims Stimme gellte plötzlich hell aus dem Winkel, in den er sich verkrochen hatte.
„Menuchim kann nicht fahren!”, sagte Deborah, so leise, als fürchtete sie, der Kranke könnte sie verstehen.
„Menuchim kann nicht fahren!”, wiederholte, ebenso leise, Mendel Singer.
Die Sonne schien rapide zu sinken. Auf der Wand des gegenüberliegenden Hauses, auf die alle durch das offene Fenster starrten, stieg der schwarze Schatten sichtbar höher, wie das Meer beim Anzug der Flut seine Uferwände emporsteigt. Ein leiser Wind erhob sich, und in den Angeln knarrte der Fensterflügel.
„Mach die Tür zu, es zieht!”, sagte Deborah.