„Allerdings, dir und den andern Juden!”
„Also Krieg zwischen uns?”
„Feindschaft auf jeden Fall. Wenn es nötig ist, auch Krieg!”
„Unter solchen Umständen”, begann Paul nach einer Weile sehr ruhig und langsam, „können wir nicht unter einem Dach leben. Wir werden vielleicht die Mutter fragen — denn dieses Haus gehört nach dem Testament des Vaters ihr —, wer von uns beiden hierbleiben darf.”
„Das Gesetz geht mich einen Dreck an. Nach eurem römisch-jüdischen Recht muß ich vielleicht ausziehn.”
„Wir haben allerdings kein germanisches.”
„Wir werden sehen!”
Theodor begann wieder seine Wanderung, den rechten Daumen im Ausschnitt der Weste. Er wollte versuchen, eine Art stiller, sachlicher Gegnerschaft aufzurichten.
„Hast du Marx jemals gelesen?”
„Nein”, sagte Paul, „nur Mangelhaftes über ihn!”