„Wer ist dort?” fragte Bernheim den Sekretär. Der legte die Muschel weg mit der dienstbeflissenen Entschiedenheit, mit der er für fünfzehn Dollar wöchentlich alle Telephonabonnenten abgelegt hätte. Zwischen der Notwendigkeit, leise zu sprechen, und der Angst, ein Flüstern würde die Ehrerbietung vermindern, fand er eine Art abgebrochener Sprechweise, unvollkommene Wendungen, als wären Andeutungen weniger vernehmbar als vollendete Sätze.

„Granich Düsseldorf fragt, morgen signiert!” stammelte er.

„Lassen Sie warten!” befahl Bernheim, „bin in einer Konferenz.”

Der Sekretär telephonierte:

„Tut mir leid, bitte zu warten oder gefälligst eine Stunde später anzurufen. Herr Bernheim ist in einer wichtigen Konferenz.” Er hielt es für nötig, die Konferenz „wichtig” zu nennen. Auf diese Weise macht man sich unentbehrlich.

In der Tat war Paul Bernheim froh, wenn man von seinen wichtigen Konferenzen sprach. Er liebte wie alle Welt diese harmlosen Täuschungen, und er verwendete sie aus Angst, er selbst könnte das Opfer einer ähnlichen Lüge geworden sein. Aus diesem Grunde sagte er:

„Rufen Sie Herrn Robinson an, sagen Sie, ich bin in einer wichtigen Konferenz und erwarte morgen seinen Besuch.”

„Herr Robinson”, sagte der Sekretär, nachdem er telephoniert hatte, „bittet Sie, zu ihm zu kommen. Gerade morgen hat er keine Zeit!”

„Dann soll er warten!” entschied Bernheim mit einer gespielten Heftigkeit. Die Antwort Robinsons ärgerte ihn, noch mehr aber, daß er sie nicht vorausgesehen hatte. Er hätte noch gerne weitere Aufträge gegeben, aber er wurde abergläubisch! Heute wird alles schiefgehn!

Er wollte sich erheben und Schluß machen. Es klingelte noch einmal. „Ihr Herr Bruder”, sagte der Sekretär.