— Gestern noch gab es für mich etwas, das Blutschande hieß, he, he. .. Inzest glaub’ ich. Ich kam in die wüsteste Verzweiflung, als ich entdeckte, dass das Weib, mit dem ich unerhörte Orgien feierte, meine eigne Schwester war. Heute hab’ ich die Schwester verloren. Heute seh’ ich Agaj, das Weib, das fremde Weib, das mir über jedes Weib in der Welt geht, schon deswegen, weil es Blut von meinem eignen ist, ein physisches Stück von mir.
Er stockte plötzlich.
— Du, Agaj, Du fürchtest den Inzest?
— Ich fürchte ihn gar nicht. Sie lachte höhnisch.
— Aber? aber? Er sah sie mit zitternder Angst an, als sollte jetzt über sein Leben entschieden werden.
Sie blickte ihm starr mit einer grausamen Kälte in die Augen.
— Aber? Du fragst: aber? Es gibt kein Aber, weil Du für mich gar nicht als Mann existierst. Du bist einfach mein Bruder.
— Du lügst! Du lügst! Warum quälst Du mich mit Deinen Lügen? Zerstöre doch nicht das Heiligste in mir, das, wovon ich lebe, was den ganzen Inhalt meiner Seele ausmacht.
— Du hast Deine Frau vergessen, Du hast Fieber, Deine Hände glühen, und Deine Augen saugen sich giftig wie Tollkraut in mein Blut... Ich will Dich nicht sehen. Du zerstörst meine Seele, Du...
Sie kam plötzlich zur Besinnung und schnellte höhnisch auf.