— Wundervolle Handschuhe hast Du. Das sieht sehr pervers aus. Das ist à la Rops. Du hast überhaupt die Gestalt, die Rops immer zeichnet. Und auch die gierige, freche Unschuld... Ha, ha, ha... und Du verstehst Dich zu kleiden! Das Seidenkleid lieb ich sehr. Es ist ein solch wollüstiges Gefühl in den Fingerspitzen, ja, ja — Deine Seide stäubt mir Wollust in die Adern... Nun, Du scheinst gar nicht auf mich zu hören... Ich habe Dir auch nichts Interessantes mehr zu erzählen. Das, was an unserem Verhältnis interessant und pikant war, was nach Satanismus und Inzest schmeckte, ist ja nun vorüber. Jetzt können wir zu den zweifelhaften Freuden des Werktags zurückkehren.

Sie sah ihn plötzlich lange und durchdringend an. Ihre Augen funkelten in einem seltsamen Lächeln.

— Du hast Fieber, sagte sie langsam. Jetzt erst seh’ ich, wie krank Du bist. Deine Augen sind eingefallen. Deine Augen glühen wie Kohlen, Dein Gehirn ist krank. Du kannst nicht mehr die Wirklichkeit von der Vision unterscheiden. Du siehst das Gras in meiner Seele wachsen. Und manchmal überhörst Du ganze Sätze, ist es nicht so?

Er stutzte, dann lachte er boshaft auf.

— Ja, ja, ich verstehe Dich. Jetzt hab’ ich natürlich Fieber, well ich anfange, vernünftig zu sprechen. Ich habe Fieber, weil ich Deine quallüsterne Phantasie nicht erhitze. Ich verstehe Dich. Du hast Sehnsucht nach den irrsinnigen Worten meiner Liebe.

— Ja!

Es klang wie ein langer Satz.

— Ja? Ja? Das sagst Du so frech, nachdem Du meine Seele zertreten hast? Sagtest Du nicht vor ein paar Minuten, dass Du Ekel vor meiner Berührung hast? Nein, nein — meine Seele ist spröde, ich will mich nicht prostituieren vor Dir.

Er kam plötzlich in eine Ekstase von Raserei. Sein Gesicht fühlte er zucken und das Fieber befiel ihn von Neuem.

Er verlangte Wein.