Sie zuckten. Eine zerstörende Wollustextase riss ihnen die Nerven entzwei.

Sie schrie plötzlich leise auf.

— Lass’, lass’, keuchte sie heiser. Mein Kopf birst...

Sie warf sich von ihm weg, aber im nächsten Moment setzte sie sich wieder dicht an ihn heran.

Sie nahm seinen Kopf in beide Hände, drückte ihn fest an ihre Brust und flüsterte ihm leise ins Ohr:

— Wenn wir jetzt stürben...

Aber im selben Nu rückte sie wieder von ihm weg und lachte.

— Oh Du! Du! Warum sagst Du mir jetzt nicht, dass ich sentimental bin? Du hattest jetzt eine so prachtvolle Gelegenheit, Dich an mir zu rächen. Oh ja, Du verschmähst es — Deine Seele ist groß und schön. Ich liebe Deine Seele, ich liebe die tiefe Schwermut Deiner Seele, ich liebe die Tiefe und den Abgrund in Dir. Alles wächst zu einem endlosen Abgrund in Dir, alles in Dir wird so furchtbar tief und schmerzhaft. Du bist mir so heilig mit Deinen Visionen. Sag’, sag’, hast Du oft Visionen? Du, Du bist der Einzige, der Qual und Schmerz in sich hat! Und Du wehrst Dich nicht dagegen, Du wehrst Dich nicht gegen den Schmerz, Du liebst ihn auch, wie ich... Oh, lass’, lass’ mich alles sagen. Ich habe so gedürstet, ich habe so gelechzt, Dir dies alles zu sagen... Ich liebe Dich, weil es Dich ekelt vor Glück... Ich liebe Dich, weil Du die Vernunft hassest und Dich tausendmal lieber in den Abgrund stürzest...

Sie hing sich ihm um den Hals und rieb langsam ihr Gesicht an dem seinen.

— Und Du liebst mich jetzt. Ich fühle wie grenzenlos Du mich liebst. Deine Seele klopft mir entgegen, Dein Blut fließt in meine Adern über, und Dein Geist strömt in mich über, Dein Geist mit der ganzen Hölle von Schmerz, mit der abgründigen Tiefe von Qual. Hörst Du mich sprechen? Hörst Du Dich in mir sprechen? Du hast mich sprechen gelehrt, Du hast Deine Worte in meine Seele gepflanzt...