Ein Brief auf dem Tisch. Er riss ihn auf. Von seiner Frau.

„Mein Gott, was ist mit Dir? Warum schreibst Du nicht ein Wort? Ich sterbe hier vor Angst um Dich.“

Er lächelte und küsste dreimal den Brief. Dann setzte er sich aufs Bett.

Er empfand wieder einen brennenden, stechenden Schmerz. Er ging an die Waschtoilette und wusch sich die Wunde aus. Sein Rock war über und über blutig.

Er nahm ihn ab. Das sah ekelhaft aus. Dann löschte er das Licht und legte sich aufs Bett.

Plötzlich fühlte er wieder den Menschenknäuel sich heranwälzen. Langsam, wie ein kauerndes Gebetmurmeln. Es kam näher, es schwoll an, wie ein irres Stammeln, dann ging es wie ein röchelnder Marterseufzer durch die Luft.

Und jetzt wieherte es gell auf, ein höllisches Hohngelächter zerriss die Luft, schwoll an, ballte sich zusammen, wirbelte sich in die Tiefe und schoss dann mächtig, jäh empor in einem schreienden Würgegesang:

De profundis...

Es war wie eine tollgewordne Qual, die die mageren, knochigen Hände aus den Gelenken emporwarf und nach Erlösung schrie.

Und plötzlich, langsam hob sich ein Weib empor in weitem, scharlachrotem Mantel, sie wuchs empor hoch über das ganze Erdenall, auf dem schmerzverzerrten Gesichte ein ödes, versteinertes Lächeln.